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Finances / Finanzen » de.etc.finanz.boerse.misc » Fonds in Fremdwährung
| Fonds in Fremdwährung [message #172712] |
Fr, 24 Oktober 2003 13:23 |
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Hallo,
sollte man als Fondssparer nur Fonds kaufen, die in Euro aufgelegt sind?
Zum Hintergrund der Frage: Mal angenommen, ich spare in einen Fonds (Renten
oder Aktien, egal) der in einer Fremdwährung, US-Dollar, aufgelegt ist.
Der Fonds soll weltweit anlegen, also Papiere verschiedener Währungen
kaufen.
Was ist dann der Effekt von Währungsschwankungen/Änderungen im Wechselkurs?
Wird Fondssparen dann zur Währungsspekulation? Das wäre fatal bei dann
vermeintlich sicheren Rentenfonds o.ä.
Angenommen, der Fonds hält nur ein Wertpapier, dann fallen mir folgende
Fälle ein:
+ Wertpapier im Fonds lautet auf Fremdwährung, sagen wir USD. Dann hat man
doch ohnehin den Währungseffekt.
+ Wertpapier lautet auf Euro. Ändert sich der Wechselkurs EUR/USD, dann
ändern sich 1. der Wert des Papiers in USD im Fonds, der Kurs des Fonds also
und 2. der Wert des Fondsanteils in meinem Depot, und zwar gegenläufig, so
dass der Effekt Null ist.
Ist es also OK wenn ich, um Geld "sicher" langfristig anzulegen, einen
Rentenfonds in USD kaufe?
Keine Probleme mit anderen Wechselkursen in 30 Jahren??
Was meint Ihr dazu?
Danke & viele Grüße
Jens
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| Re: Fonds in Fremdwährung [message #172713 ] |
Fr, 24 Oktober 2003 13:44 |
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Jens Kettler verlautbarte:
> sollte man als Fondssparer nur Fonds kaufen, die in Euro aufgelegt sind?
Mal abgesehen davon, ob ein Fonds überhaupt das leistet, was man unmter
"sparen" meistens versteht,
> Zum Hintergrund der Frage: Mal angenommen, ich spare in einen Fonds (Renten
> oder Aktien, egal) der in einer Fremdwährung, US-Dollar, aufgelegt ist.
> Der Fonds soll weltweit anlegen, also Papiere verschiedener Währungen
> kaufen.
> Was ist dann der Effekt von Währungsschwankungen/Änderungen im Wechselkurs?
> Wird Fondssparen dann zur Währungsspekulation?
In erster Näherung sollte es keinen Unterschied machen, ob die
Währungseffekte im Fonds stattfinden oder erst beim (Ver)kauf der
Anteile.
Der Fonds selber könnte allerdings mehr Währungsabsicherung betreiben als
der normale Käufer. Die vermindert dann aber auch den Effekt von günstigen
Wöhrungsschwankungen.
> Angenommen, der Fonds hält nur ein Wertpapier, dann fallen mir folgende
> Fälle ein:
> + Wertpapier im Fonds lautet auf Fremdwährung, sagen wir USD. Dann hat man
> doch ohnehin den Währungseffekt.
Genau.
> + Wertpapier lautet auf Euro. Ändert sich der Wechselkurs EUR/USD, dann
> ändern sich 1. der Wert des Papiers in USD im Fonds, der Kurs des Fonds also
> und 2. der Wert des Fondsanteils in meinem Depot, und zwar gegenläufig, so
> dass der Effekt Null ist.
Im Prinzip ja. Details sind dem Fondsprospekt zu enthemen.
(Auch konservative Fonds pflegen zu hedgen.)
3. Fall Fonds in Euro, enthält aber überwiegend Fremdwährungspapiere.
> Ist es also OK wenn ich, um Geld "sicher" langfristig anzulegen, einen
> Rentenfonds in USD kaufe?
Einer in Euro wäre sicherlich noch sicherer.
Warum eigentlich nichr einfach Renten kaufen?
Ist erheblich übersichtlicher.
Michael Kauffmann
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| Re: Fonds in Fremdwährung [message #172714 ] |
Fr, 24 Oktober 2003 13:57 |
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Danke.
In finanztest stand mal, Rentenfonds in USD seien eigentlich Instrumente zur
Währungsspekulation (so in etwa), das kann ich aber so nicht nachvollziehen.
Aber noch einmal genauer bitte: was ist das Risiko, wie kann ein Verlust
entstehen, warum ist ein z.B. Rentenfonds in Euro "noch sicherer"?
Bin ich "blockiert" weil mir das nicht klar ist?
und eine kurze Antwort auf die Gegenfrage:
>
> Warum eigentlich nichr einfach Renten kaufen?
> Ist erheblich übersichtlicher.
wahrscheinlich aus Faulheit.
Und es ging mir nicht nur um Rentenfonds, ich spare hauptsächlich in
Aktienfonds. Aber bei Rentenfonds scheint mir der Währungs-Effekt relativ
größer zu sein, wenn die Verzinsung bspw. 4 % beträgt und dann der
Wechselkurs 7 % schwankt... bei Aktien sind die Schwankungen der Aktienkurse
oft erheblich größer als die des Wechselkurses (Aktie verliert 50 %, dann
sind 7 % Verlust zusätzlich auch noch zu verschmerzen;-)
Und die Aktienfonds in USD die ich habe sind solche die in Nordamerika
investieren, da ist es ja egal.
Mir fallen noch andere Punkte ein, über die ich so nachdenke, Meinungen dazu
sind ebenfalls willkommen:
Ich kaufe einen Fonds mit asiatischen Aktien, hauptsächlich mit
chinesischen. Die chin. Währung ist (noch) an den USD gekoppelt, ist aber
angeblich damit unterbewertet und wird, sollte die Kopplung gelöst werden,
stärker werden.
Ist es also eine gute Idee chin. Aktien zu kaufen?
>
> Michael Kauffmann
>
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| Re: Fonds in Fremdwährung [message #172715 ] |
Fr, 24 Oktober 2003 14:22 |
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On Fri, 24 Oct 2003 13:57:49 +0200, Jens Kettler wrote:
> In finanztest stand mal, Rentenfonds in USD seien eigentlich Instrumente zur
> Währungsspekulation (so in etwa), das kann ich aber so nicht nachvollziehen.
> Aber noch einmal genauer bitte: was ist das Risiko, wie kann ein Verlust
> entstehen, warum ist ein z.B. Rentenfonds in Euro "noch sicherer"?
> Bin ich "blockiert" weil mir das nicht klar ist?
Bei USD-Rentenfonds hast Du zusätzlich zum Zins- und dem Emittentenrisiko
eben noch das Währungsrisiko, wenn der Dollar 20% gegenüber dem Euro
verliert, tut das auch Dein Fonds (Hedging wurde schon erwähnt).
> Und es ging mir nicht nur um Rentenfonds, ich spare hauptsächlich in
> Aktienfonds. Aber bei Rentenfonds scheint mir der Währungs-Effekt relativ
> größer zu sein, wenn die Verzinsung bspw. 4 % beträgt und dann der
> Wechselkurs 7 % schwankt... bei Aktien sind die Schwankungen der Aktienkurse
> oft erheblich größer als die des Wechselkurses (Aktie verliert 50 %, dann
> sind 7 % Verlust zusätzlich auch noch zu verschmerzen;-)
Dazu kommt noch, daß die Aktien des abgewerteten Landes durch die größere
Konkurrenzfähigkeit meist zusätzlich Auftrieb erhalten.
> Ich kaufe einen Fonds mit asiatischen Aktien, hauptsächlich mit
> chinesischen. Die chin. Währung ist (noch) an den USD gekoppelt, ist aber
> angeblich damit unterbewertet und wird, sollte die Kopplung gelöst werden,
> stärker werden.
Gegenüber dem Dollar, nicht zwangsläufig gegenüber dem Euro.
> Ist es also eine gute Idee chin. Aktien zu kaufen?
10 verschiedene Leute haben 10 verschiedene Meinungen dazu ;-)
Deine Aktien werden (im Dollar) mehr wert, die chinesischen Exportprodukte
werden teurer und damit weniger konkurrenzfähig.
Lg, Markus
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| Re: Fonds in Fremdwährung [message #172716 ] |
Fr, 24 Oktober 2003 14:28 |
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Jens Kettler <jen- [at] gmx.de> wrote:
> sollte man als Fondssparer nur Fonds kaufen, die in Euro aufgelegt sind?
Nein. Das hängt von deinem Risikoverhalten, Anlagesummen u.a.m. ab.
> verschiedener Währungen kaufen. Was ist dann der Effekt von
> Währungsschwankungen/Änderungen im Wechselkurs? Wird Fondssparen dann
> zur Währungsspekulation? Das wäre fatal bei dann vermeintlich sicheren
> Rentenfonds o.ä.
Der Fonds wird für dich zur Währungsspekulation. Denn deine
"Abrechnungswährung" sind Euro und irgendwann wirst du das Geld wieder
in Euro zurücktauschen. In der Zwischenzeit kann sich die Wärung, in der
der Fond notiert ist, in jede Richtung bewegt haben.
> Angenommen, der Fonds hält nur ein Wertpapier, dann fallen mir
> folgende Fälle ein: + Wertpapier im Fonds lautet auf Fremdwährung,
> sagen wir USD. Dann hat man doch ohnehin den Währungseffekt. +
Nicht unbedingt. Die Fondsmanager könnten das Währungsrisiko durch
Derivate ausschliessen.
> Ist es also OK wenn ich, um Geld "sicher" langfristig anzulegen, einen
> Rentenfonds in USD kaufe? Keine Probleme mit anderen Wechselkursen in
Das hängt von deiner Definition von Sicherheit ab.
--
Jens Kubieziel http://www.kubieziel.de
FdI#163: SMD
Schwer Montierbare Dinger
Holger Köpke (holger [at] mms.de)
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| Re: Fonds in Fremdwährung [message #172718 ] |
Fr, 24 Oktober 2003 14:34 |
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Jens Kettler <jen- [at] gmx.de> wrote:
> In finanztest stand mal, Rentenfonds in USD seien eigentlich
> Instrumente zur Währungsspekulation (so in etwa), das kann ich aber so
> nicht nachvollziehen. Aber noch einmal genauer bitte: was ist das
Du bist in der EU beheimatet und zahlst mit Euro und lebst mit dem Euro.
Wenn du jetzt eine andere Währung kaufst und dann später wieder
verkaufst, kann sich der Kurs in der Zwischenzeit geändert haben.
Dadurch entsteht dir ein Gewinn/Verlust.
> Risiko, wie kann ein Verlust entstehen, warum ist ein z.B. Rentenfonds
> in Euro "noch sicherer"? Bin ich "blockiert" weil mir das nicht klar
Ein Rentenfonds notiert halt in Euro. Du kaufst in Euro und verkaufst in
Euro. Somit entstehen dabei keine Währungsschwankungen.
> Rentenfonds scheint mir der Währungs-Effekt relativ größer zu sein,
ACK.
--
Jens Kubieziel http://www.kubieziel.de
Vertrauen ist eine Oase des Herzens, die von der Karawane des Denkens
nie erreicht wird. Gibran, Khalil
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| Re: Fonds in Fremdwährung [message #172725 ] |
Fr, 24 Oktober 2003 18:42 |
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selzermckenzie [at] aol.com (Selzer McKenzie) writes:
> Mein Buch "SelWave with Trading, Author Dieter Selzer-Mckenzie",
> verkauft sich zwar nicht so, wie ich mir es wünschen würde, aber
> das ändere ich.
Eins muss man ihm lassen: Humor hat er.
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| Re: Fonds in Fremdwährung [message #173190 ] |
Do, 06 November 2003 01:13 |
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Jens Kettler verlautbarte:
> In finanztest stand mal, Rentenfonds in USD seien eigentlich Instrumente zur
> Währungsspekulation (so in etwa), das kann ich aber so nicht
> nachvollziehen.
Sie beinhalten genauso eine Währungsspekualtion wie der Kauf von
Dollars. Ein Instrument dafür sind sie aber eher nicht, weil die
Währungsschwankungen dafür zu klein sind. Wer absichtlich darauf
spekulieren will, nimmt Hebelinstrumente.
> Aber noch einmal genauer bitte: was ist das Risiko, wie kann ein Verlust
> entstehen,
Wenn der Doller in ein paar Jahren nur noch einen halben Euro wert ist,
hat der europäische Besitzer der Anteile nur noch die Hälfte an Euros
dafür. (Vorausgesetzt, der Fonds enthält auch Dollar-Papiere.
Falls er Euro-Papiere hat, könnte es sich ausgleichen, wie Du schon
erkannt hast. Aber warum soll man es sich so komplziert machen?)
> warum ist ein z.B. Rentenfonds in Euro "noch sicherer"?
Einen Euro-Fonds mit Euro-Anleihen, meitne ich da wohl.
Ein Euro-Fonds mit Fremdwahrungsanleihen natürlich nicht.
> Ich kaufe einen Fonds mit asiatischen Aktien, hauptsächlich mit
> chinesischen. Die chin. Währung ist (noch) an den USD gekoppelt, ist aber
> angeblich damit unterbewertet und wird, sollte die Kopplung gelöst werden,
> stärker werden.
> Ist es also eine gute Idee chin. Aktien zu kaufen?
Um darauf antworten zu können, müßte man prüfen, ob die Unterbewertung
tatsächlich gegeben ist, ob diese Erwartung nicht schon eingepreist ist
und ob die Kurse der chinesischen Aktien nicht vielleicht eher in Dollar
gemacht werden.
Michael Kauffmann
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