| Und aus... [message #173031] |
Fr, 31 Oktober 2003 19:23 |
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Heut hab ich alle Aktien rausgezogen aus dem Markt.
Kapitalismus ist die mieseste Verarschung, die ich bisher kennengelernt hab.
Hab mir schonmal überlegt, ob ich Al-Kaida nicht die selbe Summe überweisen
soll, damit sie mit einem Anschlag ein mieses Bankgebäude einstürzen lassen.
;-)
Aber die haben ja zum Glück Geld genug. Bush & Al-Kaida sind doch gleich.
Das ist das neue Gleichgewicht des Schreckens.
Kapitalimus braucht Al-Kaida!
Einen dicken Prost auf Bin Laden!!!!!!!!!!!!!!
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| Re: Und aus... [message #173036 ] |
Fr, 31 Oktober 2003 20:47 |
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Olivier Hess schrieb:
> Heut hab ich alle Aktien rausgezogen aus dem Markt.
> Kapitalismus ist die mieseste Verarschung, die ich bisher kennengelernt hab.
> Hab mir schonmal überlegt, ob ich Al-Kaida nicht die selbe Summe überweisen
> soll, damit sie mit einem Anschlag ein mieses Bankgebäude einstürzen lassen.
> ;-)
> Aber die haben ja zum Glück Geld genug. Bush & Al-Kaida sind doch gleich.
> Das ist das neue Gleichgewicht des Schreckens.
> Kapitalimus braucht Al-Kaida!
> Einen dicken Prost auf Bin Laden!!!!!!!!!!!!!!
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Hallo Oliver,
am 27.08.2003 hast du geschrieben, dass du erst seit ein paar Tagen real Aktien
handelst. Inzwischen hast du auch schon ein Konto bei IB. Und nun hast du aus
Frust wieder alle Aktien verkauft.
Donnerwetter, für den Zyklus habe ich 2,5 Jahre gebraucht. Inzwischen bin ich
aber wieder seit Anfang des Jahres investiert und gehe die Sache gelassener an
(schnell reich wird man so natürlich nicht).
Bei deinem Tempo wirst du dich ja dann wohl nächste Woche schon wieder für
Aktien interessieren.
Viel Glück
Michael
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| Re: Und aus... [message #173046 ] |
Fr, 31 Oktober 2003 22:34 |
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"Olivier Hess" <nospam_olivier.hess [at] swing.be> schrieb
> Heut hab ich alle Aktien rausgezogen aus dem Markt.
Etwas bedeutungsschwangere Ausdrucksweise für verkaufen.
> Kapitalismus ist die mieseste Verarschung, die ich bisher kennengelernt
hab.
Wenn ich Dich richtig verstehe, wäre der Kapitalismus, wenn Du jetzt
zufällig eine dickes Plus gemacht hättest, eine geile Veranstaltung.
> Hab mir schonmal überlegt, ob ich Al-Kaida nicht die selbe Summe
überweisen
> soll, damit sie mit einem Anschlag ein mieses Bankgebäude einstürzen
lassen.
> ;-)
Dann ist Dir ja noch einiges übriggebleiben.
Yours evil Alfred
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| Re: Und aus... [message #173049 ] |
Fr, 31 Oktober 2003 22:22 |
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"Olivier Hess" <nospam_olivier.hess [at] swing.be> writes:
> Heut hab ich alle Aktien rausgezogen aus dem Markt. Kapitalismus
> ist die mieseste Verarschung, die ich bisher kennengelernt hab.
Ja sowas aber auch.
Da hast du gedacht, dass jeder reich werden kann ohne Arbeit, so wie
280 Millionen Amerikaner, die ausnahmslos alle im Überfluss und Glück
leben, und -peng- ist die Kohle weg und morgen früh musst du um 6 Uhr
wieder raus.
Immerhin hast du jetzt die Grundzüge des Systems verstanden.
> Einen dicken Prost auf Bin Laden!!!!!!!!!!!!!!
Wenn du so viel säufst, wirst du noch ärmer. Und später gibts dann
nicht mal ne Rente mehr.
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| Re: Und aus... [message #173050 ] |
Fr, 31 Oktober 2003 22:43 |
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Olivier Hess wrote:
> Heut hab ich alle Aktien rausgezogen aus dem Markt.
> Kapitalismus ist die mieseste Verarschung, die ich bisher
> kennengelernt hab. Hab mir schonmal überlegt, ob ich Al-Kaida nicht
> die selbe Summe überweisen soll, damit sie mit einem Anschlag ein
> mieses Bankgebäude einstürzen lassen. ;-)
> Aber die haben ja zum Glück Geld genug. Bush & Al-Kaida sind doch
> gleich. Das ist das neue Gleichgewicht des Schreckens.
> Kapitalimus braucht Al-Kaida!
> Einen dicken Prost auf Bin Laden!!!!!!!!!!!!!!
Danke Leute für Eure Kommentare. Venigstens wurd ich nicht auch noch im
Internet verarscht.
Ich hoffe wirklich sehr, dass meine Entscheidung endgültig ist. 2.500 EUR
Startkaptial werd ich nicht mehr reinschmeissen.
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| Re: Und aus... [message #173053 ] |
Fr, 31 Oktober 2003 22:44 |
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Olivier Hess schrieb:
> Ich hoffe wirklich sehr, dass meine Entscheidung endgültig ist.
wenn Du Dir Deiner selbst nicht ganz so sicher bist, frag mal Dieter,
der hat damit Erfahrung...
------------------------------------------------------------ ---------
Oli Kai Paulus Bergstraße 18 +49.30.28390731
o.k.p [at] t-online.de D-10115 Berlin +49.172.3914294
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| Re: Und aus... [message #173059 ] |
Fr, 31 Oktober 2003 23:43 |
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Oli Kai Paulus wrote:
> Olivier Hess schrieb:
>> Ich hoffe wirklich sehr, dass meine Entscheidung endgültig ist.
>
> wenn Du Dir Deiner selbst nicht ganz so sicher bist, frag mal Dieter,
> der hat damit Erfahrung...
>
> ------------------------------------------------------------ ---------
> Oli Kai Paulus Bergstraße 18 +49.30.28390731
> o.k.p [at] t-online.de D-10115 Berlin +49.172.3914294
Welchen Dieter meinst Du?
ciao, Oli
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| Re: Und aus... [message #173066 ] |
Sa, 01 November 2003 02:15 |
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"Olivier Hess" <nospam_olivier.hess [at] swing.be> schrieb im Newsbeitrag news:3fa2d790$0$22543$ba620e4c [at] reader1.news.skynet.be...
> Danke Leute für Eure Kommentare. Venigstens wurd ich nicht auch noch im
> Internet verarscht.
> Ich hoffe wirklich sehr, dass meine Entscheidung endgültig ist. 2.500 EUR
> Startkaptial werd ich nicht mehr reinschmeissen.
1. kann es sein dass du etwas sprunghaft bist?
2. hast du im September geschrieben dass du 2500 in AMD investiert hast.
Die sind seitdem 25% gestiegen. Wo ist eigentlich dein Problem?
Andreas
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| Re: Und aus... [message #173067 ] |
Sa, 01 November 2003 02:18 |
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begin quoting, Alfred Neumann schrieb:
>> Heut hab ich alle Aktien rausgezogen aus dem Markt.
>
> Etwas bedeutungsschwangere Ausdrucksweise für verkaufen.
Für massiv kaufen. Verkaufen wäre "auf den Markt werfen".
--
bli
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| Re: Und aus... [message #173069 ] |
Sa, 01 November 2003 09:35 |
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Andreas Bertram wrote:
> "Olivier Hess" <nospam_olivier.hess [at] swing.be> schrieb im Newsbeitrag
> news:3fa2d790$0$22543$ba620e4c [at] reader1.news.skynet.be...
>> Danke Leute für Eure Kommentare. Venigstens wurd ich nicht auch noch
>> im
>> Internet verarscht.
>> Ich hoffe wirklich sehr, dass meine Entscheidung endgültig ist.
>> 2.500 EUR
>> Startkaptial werd ich nicht mehr reinschmeissen.
>
> 1. kann es sein dass du etwas sprunghaft bist?
> 2. hast du im September geschrieben dass du 2500 in AMD investiert
> hast. Die sind seitdem 25% gestiegen. Wo ist eigentlich dein
> Problem?
>
> Andreas
Kein Vertrauen in die Börse. Dann spring ich ab, wenns bergab geht. Das
Vertrauen ist einfach nicht da und es wird auch nicht kommen.
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| Re: Und aus... [message #173070 ] |
Sa, 01 November 2003 11:11 |
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Thomas Bliesener <nospam [at] melix.com.mx> wrote:
>begin quoting, Alfred Neumann schrieb:
>>> Heut hab ich alle Aktien rausgezogen aus dem Markt.
>> Etwas bedeutungsschwangere Ausdrucksweise für verkaufen.
>Für massiv kaufen. Verkaufen wäre "auf den Markt werfen".
Oder hat er es im Putinschen Sinne gemeint?*
Gruß
Gregor
--
*Diese Bemerkung ist an On-Topizität kaum zu überbieten.
Sollte auch sie wider Erwarten zur Ausscheidung von
defbm-Winke-Winke-Lyrik beitragen, wäre das aber auch kein Beinbruch.
|
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| Re: Und aus... [message #173090 ] |
So, 02 November 2003 15:59 |
|
Tachchen,
> Wenn du so viel säufst, wirst du noch ärmer. Und später gibts dann
> nicht mal ne Rente mehr.
Quatsch! Die Rendde is sische'!
EKNW, Dominik
|
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| Re: Und aus... [message #173096 ] |
So, 02 November 2003 18:03 |
|
Dominik Esser <Foppes [at] eplus-online.de> writes:
>
> Quatsch! Die Rendde is sische'!
Jau, der gute alte Nobbi. Früher haben wir über ihn gelacht, heute
würde man sich freuen, wenn es solche Politiker noch gäbe...
|
|
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| Re: Und aus... [message #173104 ] |
So, 02 November 2003 23:43 |
|
Thomas F. Unke <thf00 [at] hotmail.com> schrieb:
>> Quatsch! Die Rendde is sische'!
>Jau, der gute alte Nobbi. Früher haben wir über ihn gelacht, heute
>würde man sich freuen, wenn es solche Politiker noch gäbe...
Warum meinst Du?
--
Martin Gerdes
|
|
|
| Re: Und aus... [message #173137 ] |
Mo, 03 November 2003 22:23 |
|
Martin Gerdes <martin.gerdes [at] gmx.de> writes:
>>> Quatsch! Die Rendde is sische'!
>
>>Jau, der gute alte Nobbi. Früher haben wir über ihn gelacht, heute
>>würde man sich freuen, wenn es solche Politiker noch gäbe...
>
> Warum meinst Du?
Ein Politiker mit moralischen Massstäben und sozialem Gewissen.
Wenn ich mir hingegen die jetzigen Unions-Apparatschiks anschaue, die
ohne jeden Skrupel bislang selbstverständliche soziale
Errungenschaften zu opfern bereit sind, da würde selbst dem alten
Bismarck übel werden.
Und die jetzige Regierung ist da auch nicht viel besser.
|
|
|
| Re: Und aus... [message #173141 ] |
Di, 04 November 2003 00:34 |
|
Thomas F. Unke <thf00 [at] hotmail.com> schrieb:
>>>> Quatsch! Die Rendde is sische'!
>>>Jau, der gute alte Nobbi. Früher haben wir über ihn gelacht, heute
>>>würde man sich freuen, wenn es solche Politiker noch gäbe...
>> Warum meinst Du?
>Ein Politiker mit moralischen Massstäben und sozialem Gewissen.
>Wenn ich mir hingegen die jetzigen Unions-Apparatschiks anschaue, die
>ohne jeden Skrupel bislang selbstverständliche soziale
>Errungenschaften zu opfern bereit sind, da würde selbst dem alten
>Bismarck übel werden.
>Und die jetzige Regierung ist da auch nicht viel besser.
Ah ja.
Und Du siehst den Grund für die aktuellen "sozialen Kahlschläge" in
erster Linie in der Kaltherzigkeit "der" Politiker?
In den letzten Jahrzehnten ist praktisch jede Wahl mit
schuldenfinanzierten Wohltaten bestritten und gewonnen worden. Momentan
geht das weniger leicht als früher, weil die Handelnden jetzt auch
international deutlich mehr auf den Deckel kriegen als früher.
Ich halte es für einen Segen für das Land, daß die Sozis mit dem
Sozialabbau anfangen (wenngleich es sie natürlich die nächste Wahl
kosten wird). Die Schwarzen hätten wenig andere Wahl, aber der
Widerstand in der Bevölkerung wäre ungleich größer.
--
Martin Gerdes
|
|
|
| Re: Und aus... [message #173145 ] |
Mo, 03 November 2003 20:25 |
|
Thomas F. Unke wrote:
> > Quatsch! Die Rendde is sische'!
> Jau, der gute alte Nobbi. Früher haben wir über ihn gelacht, heute
> würde man sich freuen, wenn es solche Politiker noch gäbe...
Ohne die Arbeit von Nobbi kleinzureden, es gab solche Sprüche viel zu lange.
Die Zeit des mächtigen Staates der alles regelt sollte vorbei sein.
Cu Effi
--
www.fixemer-online.de
|
|
|
| Re: Und aus... [message #173146 ] |
Di, 04 November 2003 07:08 |
|
"Martin Gerdes" <martin.gerdes [at] gmx.de> schrieb im
> In den letzten Jahrzehnten ist praktisch jede Wahl mit
> schuldenfinanzierten Wohltaten bestritten und gewonnen worden.
Ja, ich erinnere mich. Ich kam mit dem Auspacken der Geschenke gar nicht
nach.
> Momentan
> geht das weniger leicht als früher, weil die Handelnden jetzt auch
> international deutlich mehr auf den Deckel kriegen als früher.
Die gedeckelten Politiker müssen jetzt gegen sich selbst für den Abbau ihrer
Versorgung kämpfen. Schwere Zeiten für Sozialschmarotzer!
> Ich halte es für einen Segen für das Land, daß die Sozis mit dem
> Sozialabbau anfangen (wenngleich es sie natürlich die nächste Wahl
> kosten wird).
Sag bloß, Du lebst davon, daß Du was arbeitest. Leute, die solche Sprüche
klopfen, leben von den Ergebnissen der Arbeit der anderen.
Die Schwarzen hätten wenig andere Wahl, aber der
> Widerstand in der Bevölkerung wäre ungleich größer.
Das wäre doch verhängnisvoll für den Segen im Land, wenn es noch eine
Opposition gäbe.
Yours blessed Alfred
|
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|
| Re: Und aus... [message #173149 ] |
Di, 04 November 2003 13:18 |
|
Frank Fixemer scripsit:
[über "Sozialabbau"]
> Die Zeit des mächtigen Staates der alles regelt sollte
> vorbei sein.
Ah! Schon wieder jemand der Umverteilung mit Demokratisierung gleichsetzt.
EKNW
Michael
|
|
|
| Re: Und aus... [message #173154 ] |
Di, 04 November 2003 15:56 |
|
On Tue, 04 Nov 2003 13:18:47 +0100, Michael Blunck wrote:
> Frank Fixemer scripsit:
>
> [über "Sozialabbau"]
>
>> Die Zeit des mächtigen Staates der alles regelt sollte
>> vorbei sein.
>
> Ah! Schon wieder jemand der Umverteilung mit Demokratisierung gleichsetzt.
Was hat denn "Verteilung" überhaupt mit Demokratie zu tun? "Verteilung"
ist doch keine Staatsform und auch nicht damit verwandt. Oder?
--
"It's characteristic of democracy that majority rule is understood as
being effective not only in politics but also in thinking. In thinking,
of course, the majority is always wrong." -- Joseph Campbell
----------+ The Dark experience: de.alt.talk.dunkle-seite +------------
|
|
|
| Re: Und aus... [message #173162 ] |
Di, 04 November 2003 19:26 |
|
Tach Jörn,
> Was hat denn "Verteilung" überhaupt mit Demokratie zu tun? "Verteilung"
> ist doch keine Staatsform und auch nicht damit verwandt. Oder?
Geht man von einer Einkommenspyramide aus, so sind Menschen mit wenig
einkommen überrepräsentiert und eine Mehrheitsentscheidung, wie sie in
der Demokratie möglich ist, kann eine Umverteilung möglich machen.
Gruß, Dominik
|
|
|
| Re: Und aus... [message #173182 ] |
Mi, 05 November 2003 18:29 |
|
Dominik Esser <Foppes [at] eplus-online.de> schrieb:
>> Was hat denn "Verteilung" überhaupt mit Demokratie zu tun? "Verteilung"
>> ist doch keine Staatsform und auch nicht damit verwandt. Oder?
>Geht man von einer Einkommenspyramide aus, so sind Menschen mit wenig
>einkommen überrepräsentiert und eine Mehrheitsentscheidung, wie sie in
>der Demokratie möglich ist, kann eine Umverteilung möglich machen.
Im Prinzip ja, sagt Radio Eriwan. Andererseits kann der Bezieher eines
hohen Einkommens dasselbe relativ willkürlich reduzieren; andersrun
gehts nicht so schnell ("Wozu sollte ich mehr arbeiten, wenn ich doch
mehr als die Hälfte bei der Steuer abliefern muß!" "Es gibt auch
Möglichkeiten des Geldverdienens außerhalb des üblichen Systems.")
Speziell das letztere (nämlich Schwarzarbeit) ist momentan eines unserer
größeren Probleme, und man wird ihm wohl eher dadurch beikommen, daß man
die Belastung normaler Einkommen auf ein Maß reduziert, das als
erträglich angesehen wird, als durch mehr Kontrolleure.
Das große Rentendesaster kommt erst noch; man wird es durch pure
Mehrheitsabstimmung nicht lösen können. Schon heute würde eine
Volksabstimmung zur Frage "Sollen wir die Renten erhöhen?" ein klares
(aber wirtschaftlich völlig unrealistisches) Ergebnis bringen.
--
Martin Gerdes
|
|
|
| Re: Und aus... [message #173241 ] |
Fr, 07 November 2003 16:09 |
|
Thomas F. Unke wrote:
>
>
> Ein Politiker mit moralischen Massstäben und sozialem Gewissen.
Und die moralischen Maßstäbe und das soziale Gewissen haben dazu
geführt, daß man darauf verzichtete, dafür zu sorgen daß die Renten
wirklich gesichert wurden und statt dessen den Bürgern Sand in die Augen
streute?
Auch wenn diese Entwicklung spätestens unter Schmidt einsetzte, so hat
"unser Nobby" das Verfahren doch perfektioniert.
>
> Wenn ich mir hingegen die jetzigen Unions-Apparatschiks anschaue, die
> ohne jeden Skrupel bislang selbstverständliche soziale
> Errungenschaften zu opfern bereit sind, da würde selbst dem alten
> Bismarck übel werden.
>
> Und die jetzige Regierung ist da auch nicht viel besser.
Das Problem ist eher, daß sowohl in Opposition als auch Regierung immer
mehr nach dem Motto "Avanti Dilletanti" verfahren wird. Früher haben
Politiker zunächst überlegt und dann geplappert. Später wurde zunächst
geplappert und dann überlegt. Heute wird nur noch geplappert.
Mittlerweile ist nicht nur die FDP, sondern sind auch die beiden großen
Parteien weitgehend Möllemannisiert.
SCNR
Ulrich
|
|
|
| Re: Und aus... [message #173246 ] |
Fr, 07 November 2003 18:12 |
|
On Fri, 07 Nov 2003 16:09:22 +0100, Ulrich Mindrup wrote:
> Thomas F. Unke wrote:
>
>> Ein Politiker mit moralischen Massstäben und sozialem Gewissen.
>
> Und die moralischen Maßstäbe und das soziale Gewissen haben dazu
> geführt, daß man darauf verzichtete, dafür zu sorgen daß die Renten
> wirklich gesichert wurden und statt dessen den Bürgern Sand in die Augen
> streute?
Es stand den Bürgern frei, den Politikern Glauben zu schenken. Und...
mal ehrlich: Politikern Glauben schenken... haha! Es folgt bereits aus
einer oberflächlichen Analyse des Systems, dass dazu keine Veranlassung
besteht:
1. weil es keine Grundanforderungen an die Kompetenz gibt, um ein
politisches Amt bekleiden zu können. Laut Gesetz kann es jeder machen,
der gewählt wird.
2. weil es nicht darauf ankommt, dass ein politisches Programm geeignet
ist, ein Problem mit halbwegs wissenschaftlichen Methoden zu lösen,
sondern einzig und allein darum, der Masse (der Wähler) zu gefallen.
3. weil das System so gestaltet ist, dass der Erfolg der Wahl in erster
Linie von den rhetorischen Fähigkeiten abhängt. Dem Verfahren wohlt also
eine gewisse Beliebigkeit inne.
Mit anderen Worten, aus diesem System folgt, dass man Politikern keinen
Glauben schenken sollte.
>> Und die jetzige Regierung ist da auch nicht viel besser.
>
> Das Problem ist eher, daß sowohl in Opposition als auch Regierung immer
> mehr nach dem Motto "Avanti Dilletanti" verfahren wird. Früher haben
> Politiker zunächst überlegt und dann geplappert. Später wurde
> zunächst geplappert und dann überlegt. Heute wird nur noch geplappert.
Ich denke eher, das war schon immer so. Leider gibt es scheinbar noch
keine bewährten (und stabilen) Alternativen zum bestehenden System.
--
"It's characteristic of democracy that majority rule is understood as
being effective not only in politics but also in thinking. In thinking,
of course, the majority is always wrong." -- Joseph Campbell
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|
|
|
| Re: Und aus... [message #173278 ] |
Sa, 08 November 2003 10:57 |
|
Ulrich Mindrup <ulrich.mindrup [at] gmx.net> wrote:
>Mittlerweile ist nicht nur die FDP, sondern sind auch die beiden großen
>Parteien weitgehend Möllemannisiert.
am Boden zerstört?
Gruß
Gregor
|
|
|
| Re: Und aus... [message #173362 ] |
Mo, 10 November 2003 01:20 |
|
Joern P. Meier wrote:
> Ich denke eher, das war schon immer so. Leider gibt es scheinbar noch
> keine bewährten (und stabilen) Alternativen zum bestehenden System.
hierzu fallen mir spontan zwei Gedanken ein, einer zur "Alternative" und
einer zur "Stabilität":
Ein politisches System ohne Fehler ist offenkundig utopisch. Es kann
eigentlich nur darum gehen, Fehler so früh wie möglich zu finden und zu
korrigieren. Hieran müßten in einem idealen System Politiker ein
existentielles Interesse haben. Und solches kann imho besser in kleinen
Staaten funktionieren. Fehlentscheidungen kommen schneller und direkter
auf die Gesellschaft zu. Die Chance zur Korrektur ist dann besonders
gut. Letztlich ist es nur wieder diese Vermutung, daß es auch eine
optimale Staatsgröße geben müßte.
Zum Zweiten, dem Gedanken der "Stabilität", habe ich gerade mal wieder
in einem passenden Buch geblättert: "die Grenzen des Wachstums Bericht
des Club of Rome zur Lage der Menschheit", erschienen 1973. Es ist zwar
schon ein wenig älter, hat aber seinerzeit immerhin den Friedenspreis
des Deutschen Buchhandels gewonnen. Und das, obwohl es im Wesentlichen
ein Plädoyer für staatliche Geburtenkontrolle ist - brrr. Mit der
Stabilität ist es halt so eine Sache. Mit der Forderung nach ihr
verlangt man Bewegungslosigkeit, und somit genau genommen nach dem Tode.
BTW steht das Beste dieses Buches auf den Seiten 75/76
(Taschenbuchausgabe). Ich schreibe mal kurz ab:
<Zitat>
"Macht unsere Bücher billiger! forderte Kurt Tucholsky, 1932, in einem
Avis an seinen Verleger." Die Forderung ist inzwischen eingelöst.
Man spart viel Geld beim Kauf von Taschenbüchern. Und wird das
eingesparte gut gespart, dann zahlt die Bank oder Sparkasse den weiteren
Bucherwerb: Für die Jahreszinsen eines einzigen 100 Mark Pfandbriefes
kann man sich drei Taschenbücher kaufen.
</Zitat>
Ja ja - immer diese Grenzen ... aber dafür stabile 3 Bücher pro Jahr.
Grüße
Norbert
|
|
|
| Re: Und aus... [message #173387 ] |
Di, 11 November 2003 20:31 |
|
norbert kock <--norbert-kock [at] t-online.de> schrieb:
> Ein politisches System ohne Fehler ist offenkundig utopisch.
> Es kann eigentlich nur darum gehen, Fehler so früh wie möglich
> zu finden und zu korrigieren. Hieran müßten in einem idealen
> System Politiker ein existentielles Interesse haben. Und
> solches kann imho besser in kleinen Staaten funktionieren.
> Fehlentscheidungen kommen schneller und direkter auf die
> Gesellschaft zu. Die Chance zur Korrektur ist dann besonders
> gut.
Du denkst wahrscheinlich an so ideale Gemeinwesen wie etwa
Liechtenstein. Oder?
Schöne Grüße
Gerd
--
Die Rally kommt erst noch.
|
|
|
| Re: Und aus... [message #173467 ] |
Do, 13 November 2003 19:18 |
|
Gerd Roppelt wrote:
> Du denkst wahrscheinlich an so ideale Gemeinwesen wie etwa
> Liechtenstein. Oder?
Aus deutscher Sicht würde mich durchaus interessieren, wieviel % der zur
Verfügung stehenden Mannstunden dort in der Steuerindustrie (Ausbildung,
Durchführung, Kontrolle) verbraten werden. Um verschiedene Gemeinwesen
zu vergleichen wäre das doch eine prima Kennzahl.
Abgesehen davon, daß mir die Lichtensteiner bislang noch nicht durch
übermäßiges Genörgel an ihrem Staatswesen aufgefallen sind, die
Regierung also irgendetwas richtig gemacht haben muß, habe ich nicht
explizit an Lichtenstein gedacht.
Eher an das Baltikum, daß sich gerade gesammelte EU Richtlinien zumuten
möchte. Naja - sie werden vermutlich wissen warum. Oder die oft
vergeblichen Versuche zur Fusionierung von Bundesländern.
Grüße
Norbert
|
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