| Bayer [message #173253] |
Fr, 07 November 2003 19:18 |
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Tach zusammen,
mein zweiter krampfhafter Versuch, ein OnT-Posting zu bringen:
Was haltet Ihr von der Bayer-Geschichte? Ich finde es bemerkenswert, daß
Anleger immer diversifizieren sollen, Unternehmen sich alledings
spezialisieren sollen. Konzentration auf Kernkompetenzen lautet das
Stichwort. Und wenn diese Kernkompetenz mal eine Weile nicht gefragt
ist? Dann ist aber Hängen im Schacht. Irgendwann werden die Analysten
beschließen, daß Gemischtwarenläden wieder "in" sind, dann wird wieder
fusioniert und hinzugekauft. Hautsache die Banken verdienen mit, egal in
welche Richtung es gerade geht.
Bayerspezifisch fällt mir ein: Es wurde Bayer nach Libobay dringend
angeraten, die Pharmasparte zu verticken. Jetzt werden andere Sparten
verkauft um die Pharmasparte zu stärken. Die Analysten finden das toll.
Ist doch merkwürdig, oder?
Ich finde es bemerkenswert, wie gut es Gemischtwarenläden wie GE oder
Siemens geht (jaja, ich weiß, es wird Widerspruch kommen).
In diesem Sinne ein schönes Wochenende!
Liebe Grüße, Dominik
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| Re: Bayer [message #173264 ] |
Fr, 07 November 2003 20:58 |
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Dominik Esser <Foppes [at] eplus-online.de> schrieb:
>Was haltet Ihr von der Bayer-Geschichte? Ich finde es bemerkenswert, daß
>Anleger immer diversifizieren sollen, Unternehmen sich alledings
>spezialisieren sollen.
Die Börse belohnt erstmal schöne Worte.
Analysten freuen sich immer, wenn man ihnen Mehrertrag verspricht. Wie
das gehen soll, ist ihnen zunächst egal. Die schweren Worte brauchen sie
doch erst, wenns dann andersherum kommt.
>Bayerspezifisch fällt mir ein: Es wurde Bayer nach Libobay dringend
>angeraten, die Pharmasparte zu verticken.
War das nicht im letzten Jahrtausend? Irgendwas war da, aber das kümmert
die Börse heute doch nicht mehr.
>Jetzt werden andere Sparten verkauft um die Pharmasparte zu stärken.
>Die Analysten finden das toll. Ist doch merkwürdig, oder?
Analysten sind merkwürdig? Ja, das finde ich auch. Mich verblüffen sie
immer wieder.
--
Martin Gerdes
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| Re: Bayer [message #173283 ] |
Sa, 08 November 2003 12:46 |
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"Dominik Esser" schrieb:
> Was haltet Ihr von der Bayer-Geschichte? Ich finde es bemerkenswert,
> daß Anleger immer diversifizieren sollen, Unternehmen sich alledings >
spezialisieren sollen.
Die Idee dahinter ist, dass das Management einer Unternehmung besser
(effizienter) funktioniert, wenn die Manager "Ahnung" vom Geschäft haben.
Bei Gemischtwarenläden ist das schwierig weil viele unterschiedliche
Problemlagen im Unternehmen vorhanden sind.
Anyway, ich vertrete die Ansicht, daß man zur Steuerung eines Unternehmens
vom "fachlichen" kaum Kenntnisse braucht. Vielmehr sehe ich Management als
ein eigenes "Handwerk" welches man lernen kann.
> Und wenn diese Kernkompetenz mal eine Weile nicht gefragt
> ist? Dann ist aber Hängen im Schacht.
Das ist wie bei Privatanlegern, Diversifikation mindert das Risiko auf
Kosten des (theoretischen) Maximalertrags.
> Irgendwann werden die Analysten beschließen, daß Gemischtwarenläden
> wieder "in" sind, [..]
Who cares?
cu
Effi
--
Erster Hauptsatz über Akkus: Wenn man sie braucht, sind sie leer.
Zweiter Hauptsatz über Akkus: Reserveakkus sind auch leer.
Dritter Hauptsatz über Akkus: Das Ladegerät ist defekt.
[Murphy]
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| Re: Bayer [message #173381 ] |
Di, 11 November 2003 17:42 |
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Hm,
anscheinend will Bayer die Chemiesparte nicht ganz rausschmeißen sondern
als Tocher auch langfristig behalten. Einerseits bin ich ob der
Diversifizierung froh, andererseits, warum dann nicht direkt im Konzern
behalten?
Gruß, Dominik
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| Re: Bayer [message #173382 ] |
Di, 11 November 2003 17:50 |
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Dominik Esser verlautbarte:
> anscheinend will Bayer die Chemiesparte nicht ganz rausschmeißen sondern
> als Tocher auch langfristig behalten. Einerseits bin ich ob der
> Diversifizierung froh, andererseits, warum dann nicht direkt im Konzern
> behalten?
Weil die gesellschaftliche Trennung Mode ist?
Siehe z.B. tesa AG.
Michael Kauffmann
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| Re: Bayer [message #173389 ] |
Di, 11 November 2003 20:49 |
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Dominik Esser scripsit:
> anscheinend will Bayer die Chemiesparte nicht ganz rausschmeißen
> sondern als Tocher auch langfristig behalten. Einerseits bin ich ob
> der Diversifizierung froh, andererseits, warum dann nicht direkt im
> Konzern behalten?
Aus steuerlichen Gründen?
Gruß
Michael
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| Re: Bayer [message #173394 ] |
Di, 11 November 2003 22:17 |
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Tachchen,
>>anscheinend will Bayer die Chemiesparte nicht ganz rausschmeißen
>>sondern als Tocher auch langfristig behalten. Einerseits bin ich ob
>>der Diversifizierung froh, andererseits, warum dann nicht direkt im
>>Konzern behalten?
>
>
> Aus steuerlichen Gründen?
>
> Gruß
> Michael
>
Bringt das denn so viel?
Gruß, Dominik
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| Re: Bayer [message #173403 ] |
Mi, 12 November 2003 07:14 |
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"Michael Blunck" <michael.blunck [at] ewetel.net> wrote:
>Dominik Esser scripsit:
>
>> anscheinend will Bayer die Chemiesparte nicht ganz rausschmeißen
>> sondern als Tocher auch langfristig behalten. Einerseits bin ich ob
>> der Diversifizierung froh, andererseits, warum dann nicht direkt im
>> Konzern behalten?
>
>Aus steuerlichen Gründen?
Das mußt Du natürlich so sagen, um die von mir schon vor Jahren
aufgedeckte Verschwörung (drunter geht ja kaum noch was in dieser NG)
gegen die Chemie-Industrie weiter zu decken:
http://groups.google.com/groups?selm=c0mnet49fdkj84mmto261hq h33v8s7pnaa%404ax.com&oe=UTF-8&output=gplain
Nicht zu vergessen, das anschwellende Theater um genetisch verseuchte,
degenerierte, manipulierte Nahrungsmittel, an dessen Ende die ganze
Republik jegliche Naturwissenschaft, die sich gestaltend mit
Aminosäuren oder Molekülen befaßt, verteufeln wird. Es ist ja langsam
an der Zeit, daß das thematisch arg verarmende Gutseinwollen der
Mitteleuropäers ein neuen Fokus findet. Einen idealeren Hebel als die
Genforschung wird man da zur Zeit kaum finden.
Wer mag bei solchen Aussichten nicht seine Chemiesparte auslagern, um
sie im Notfall einfach zu schließen oder an Investoren aus
irgendwelchen weiterforschenden Schurkenstaaten zu verkaufen.
Gruß
Gregor
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| Re: Bayer [message #173417 ] |
Mi, 12 November 2003 10:51 |
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Gregor Frowein wrote:
> sie im Notfall einfach zu schließen oder an Investoren aus
> irgendwelchen weiterforschenden Schurkenstaaten zu verkaufen.
Jetzt mal ernsthaft: Habe ich mich verhört, oder wird spekuliert, daß
die Pharmasparte an die Börse gebracht werden soll, ähnlich wie
Siemens/Infineon? Das würde doch den Kursanstieg erklären.
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