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Artikel aus "Aktionärs-News" der SdK [message #174112] Fr, 05 Dezember 2003 08:47
Dominik Esser  
Guten Morgen,

hier ein schöner Artikel aus der aktuellen Ausgabe der "Aktionörs-News".
Nichs wirklich neues aber schön zu lesen.

Gruß, Dominik

<Zitat>
Liebe Leserinnen
und Leser,
dass es zu einer
Jahresendrallye
kommt, ist für die
große Mehrzahl
der Analysten, die
sich in Zeitung
oder TV äußern durften, ganz klar. Auch
die Aussichten für das kommende Jahr
seien hervorragend.
Fast ist schon vergessen, dass selbige
Zunft zu Jahresbeginn aufgrund von
Kriegsangst, Konjunktur und Bankenkrise
überwiegend ein weiter problematisches
Börsenjahr prognostizierte. Tatsächlich
traf – wie so oft – das Gegenteil ein. Der
DAX legte mit einem Anstieg von über
30% sogar eines der besten Börsenjahre
in seiner Geschichte hin und scheint
auch weiterhin nicht zu stoppen.
Auch international gewinnt man auf den
ersten Blick ein positives Bild. Das USHandelsministerium
gab gerade erst
bekannt, dass das Bruttoinlandsprodukt
im dritten Quartal mit dem höchsten
Wachstum seit 20 Jahren und einer rasanten,
annualisierten Rate von 8,2% expandiert
sei.
Sicherlich wurden durch die angeblich so
positiven Konjunkturaussichten die zahlreichen
Skandale und Probleme verdeckt.
Wenn man bedenkt, dass die USRegierung
Material oder zumindest Argumente
fälschte, um einen Irakkrieg zu
rechtfertigen und derzeit einen Zoll- und
Handelskrieg mit China anzettelt, dass
große US-Unternehmen massiv ihre
Gewinnzahlen gefälscht haben, US-Aktienfonds
es zuließen, dass ihre Kunden
betrogen wurden, am Bondmarkt die
großvolumigen Bilanzmanipulationen bei Freddie Mac für erhebliches
Unbehagen sorgen und jetzt auch noch jahrzehntelange
Betrügereien am Devisenmarkt
aufgedeckt wurden, so verwundert
es einen nicht, wenn es auch bei den
volkswirtschaftlichen US-Zahlen immer
mehr „Verschwörungstheorien“ gibt, denen
zufolge die US-Wachstumszahlen
wenig mit der Realität zu tun haben.
Man fragt sich auch, was in nächster Zeit
noch besser werden soll bei einem Aktienmarkt,
der von derart positiven Wirtschaftsnachrichten
unterstützt wird, die
kaum perfekter sein könnten. Anzunehmen,
dass in den Kursen die rosige Konjunkturzukunft
bereits weitgehend enthalten
ist. Besonders gilt dies für die in
letzter Zeit stark gestiegenen Wachstums-
und Technologietitel. Tatsächlich
dürfte die Börse, die in erster Linie durch
die expansive US-Geldpolitik getrieben
wird, schon bald wieder die bisher verdrängten
schwerwiegenden Langfrist-
Probleme realisieren. Die extrem hohe
staatliche und private Verschuldung und
das exorbitante Handelsbilanzdefizit
führt zu der Vermutung, dass derzeit von
den Verantwortlichen geradezu Inflation
produziert und gewünscht wird. Man
kann sich kaum vorstellen, dass ein kurzfristiger
US-Zins von 1% bei 9% Wirtschaftswachstum
nicht inflationär wirken
soll. Dass der Dollar trotz der skandalösen
Aufkündigung des europäischen
Stabilitätspakts schwächelt und der
Goldpreis kontinuierlich steigt, muss zu
denken geben. Brechen die derzeit verdeckten
Probleme auf, wird sich auch der
deutsche Markt nicht entziehen können.
Entsprechend könnte 2004 im Gegensatz
zu diesem Jahr und im Gegensatz zur
überwiegenden Analystenmeinung wieder
ein Jahr der konservativen, defensiven
Anlagen sein.
<Zitat Ende>
Re: Artikel aus "Aktionärs-News" der SdK [message #174113 ] Fr, 05 Dezember 2003 09:14
Klaus Scholl  
Ich habe das Gefühl die 'Experten' empfehlen immer
zu deutsch 'so weiter wie bisher (es kann aber auch anders kommen)',
weil das statistisch die sicherste Aussage ist.
Solche Aussagen sind hier und heute und in aller Undeutlichkeit
gesagte Wortblasen.
Tatsächlich war aber historisch gesehen der Jahreswechsel
oft die Zeit der Bullen, und so glaube ich daß der DAX
die 4000 noch dieses Jahr nehmen wird.
Darum bin ich engagiert in 595344.

Gruß vom Klaus.
Re: Artikel aus "Aktionärs-News" der SdK [message #174114 ] Fr, 05 Dezember 2003 10:23
Michael Suhr  
Hi Klaus,

> Tatsächlich war aber historisch gesehen der Jahreswechsel
> oft die Zeit der Bullen, und so glaube ich daß der DAX
> die 4000 noch dieses Jahr nehmen wird.
> Darum bin ich engagiert in 595344.

Hi Klaus,

hast Du Dich verschrieben? Ich finde keinen Wert zu "595344".

Wie wäre es denn mit "949767"?! Liegt bei mir im Depot und
freut sich auf die Rallye :-)


Schönen Gruss

Michael
Re: Artikel aus "Aktionärs-News" der SdK [message #174115 ] Fr, 05 Dezember 2003 10:42
Michael Blunck  
Dominik Esser scripsit:

> hier ein schöner Artikel aus der aktuellen Ausgabe der
> "Aktionörs-News". Nichs wirklich neues aber schön zu lesen.

[...]

Es ist natürlich wieder einmal so gekommen wie man es erwartet (nein, genauer
gesagt: befürchtet) hat. "Man" versucht die marode Weltwirtschaft über die Börse
(mit frisch und in Massen gedrucktem) "Geld" zu stabilisieren. Dies ist Teil der
schon oft erwähnten besonders in den USA immer recht zuverlässig
funktionierenden PR-Maschinerie.

Reale Marktrisiken werden in diesem Artikel ja einige erwähnt. Diese sind aber
nur *ein* Baustein der Kursentwicklung (gewesen). Bestimmender sind bisher eine
aufgeblähte Liquidität und eine sich daraus entwickelnde, durch die o.a.
erwähnte PR-Maschinerie gefütterte bisher sehr gut funktionierende
Verdrängungsmentalität gewesen, zB in der Entwicklung des US-$/Euro
Verhältnisses. "Früher" sahen die (deutschen) Börsianer bei 1,15 und bei 1,18
die Welt untergehen, heute juckt sie ein Kurs über 1,20 nicht (obwohl
realwirtschaftlich gesehen sich nichts geändert hat das eine Neubewertung
rechtfertigen würde). Zitat: "Gewöhnungseffekt".

Und da zZt also wieder einmal die Psyche die Oberhand über die Rationalität
gewonnen hat, wundert es nicht dass pure Aufschwungs-Propaganda interessierter
Kreise (klamme Staaten, Notenbanken, US-Grossanleger, ...) eine realistische
Einschätzung der Situation überdecken.

Zudem kann es sich ja niemand leisten gegen den Markt zu handeln. Und der
"Geldadel" spürt natürlich recht deutlich dass durch die als "Reformen" so
geschickt verkauften zusätzlichen Belastungen breiter Bevölkerungschichten in
vielen Staaten erfreulich viel zusätzliches Geld von "unten" nach "oben"
gespülen werden wird. Dergleichen honoriert "die Börse" ja immer. (BTW: Diese
Entwicklung habe ich persönlich im Febr/März noch unterschätzt: einen derartigen
"Aktionismus" aller Parteien der in D in den sozialen Sicherungssystemen alle
Tabus bricht hielt ich für ausgesprochen unwahrscheinlich. Man lernt dazu ...)

Jedenfalls braucht man zur Beurteilung der derzeitigen Lage an der Börse keine
hochbezahlten Analysten sondern ein höchstens 6-jähriges Nachbarskind. :o)

Gruß
Michael
Re: Artikel aus "Aktionärs-News"der SdK [message #174117 ] Fr, 05 Dezember 2003 11:16
Wolfgang Garbe  
Michael Blunck schrieb am 05.12.2003, 10:42 Uhr:

> Jedenfalls braucht man zur Beurteilung der derzeitigen Lage an der
> Börse keine hochbezahlten Analysten sondern ein höchstens 6-jähriges
> Nachbarskind. :o)

Das mit seinem von Papis Börsengewinnen bezahlten neuen High-Tech-
Spielzeug Dein WLAN stört? ;-)

Gruß,
Wolfgang

--
Keiner kommt hier lebend raus.
Re: Artikel aus "Aktionärs-News" der SdK [message #174118 ] Fr, 05 Dezember 2003 11:51
Klaus Scholl  
Ich habe mich verschrieben, es muss lauten 959344,
ein sog. 'open end Turbo' (mini Future)
auf den Dax mit Knock-Out bei 3400 Punkten.
Gruß vom Klaus.
Re: Artikel aus "Aktionärs-News" der SdK [message #174119 ] Fr, 05 Dezember 2003 12:00
Dominik Esser  
Tach Michael,

> Jedenfalls braucht man zur Beurteilung der derzeitigen Lage an der Börse keine
> hochbezahlten Analysten sondern ein höchstens 6-jähriges Nachbarskind. :o)

Es ist das eine, die Weltwirtschaft mit dem Inhalt eines VWL-Buches zu
beurteilen, es ist das andere, die weltweite Börsenstimmung dazu
einzuschätzen.

Gruß, Dominik
Re: Artikel aus "Aktionärs-News" der SdK [message #174120 ] Fr, 05 Dezember 2003 18:11
Thomas Dehn  
"Dominik Esser" <Foppes [at] eplus-online.de> schrieb:
[....]
> so verwundert es einen nicht, wenn es auch bei den
> volkswirtschaftlichen US-Zahlen immer
> mehr "Verschwörungstheorien" gibt, denen
> zufolge die US-Wachstumszahlen
> wenig mit der Realität zu tun haben.

Das Bush'sche Defizit entspricht ueber 5%
Wirtschaftswachstum auf Pump. Man werfe zum
Vergleich auch einen Blick auf das ebenfalls
kreditfinanzierte Wachstumsstrohfeuer in D Anfang der 90er.


Thomas
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