| die Realität ... [message #174124] |
Sa, 06 Dezember 2003 00:06 |
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.... ist zwar weitestgehend unbekannt und womöglich auch noch langweilig.
Dennoch gibt es hier und dort ein paar Dinge, die man vielleicht doch
zur Kenntnis nehmen sollte. So hat in den letzten Jahren der allgemeine
Reformeifer u.a. nachstehendes produziert:
Nach Angaben von Creditreform werden dieses Jahr 39.700 Betriebe und
damit 5,5 Prozent mehr als im Vorjahr bei Gericht einen Insolvenzantrag
stellen. Die Zahl der Insolvenzanmeldungen von Privatpersonen werde um
28,7 Prozent auf 60.100 zunehmen, teilte die Neusser
Wirtschaftsauskunftei unter Verweis auf bis Ende November vorliegender
Daten mit.
Für 2004 sei keine Trendwende zu erwarten. Die Schadenssumme für die
deutsche Volkswirtschaft schätzt Creditreform auf 40,5 Milliarden Euro
nach 38,4 Milliarden Euro im Jahr zuvor.
[/Zitat]
Nun ist es nicht ungewöhnlich, daß bei sogenannten konjunkturellen
Wendepunkten die Pleitewelle ihr Maximum erreicht. Ginge es nach der
Creditreform, sollte man also doch noch ein weiteres Jahr abwarten.
Zumindest sind diese Ziffern recht zuverlässig und vielleicht gerade
deshalb besonders langweilig - eigentlich schon fast OT. Wie dem auch
sei, ich finde sie recht bemerkenswert. Prost Aufschwung!
Ach ja - die Steuerreform. Bislang ist mir schleierhaft, warum aus
dieser Ecke nennenswertes kommen sollte. Aber ich lasse mich natürlich
gerne eines Besseren belehren.
Grüße
Norbert
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,277190,00.html
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| Re: die Realität ... [message #174126 ] |
Sa, 06 Dezember 2003 02:08 |
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norbert kock wrote:
> [Zitat]
> Nach Angaben von Creditreform werden dieses Jahr 39.700 Betriebe und
> damit 5,5 Prozent mehr als im Vorjahr bei Gericht einen Insolvenzantrag
> stellen.
Weiß jemand, wieviele Betriebe es gibt?
S.
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| Re: die Realität ... [message #174127 ] |
Sa, 06 Dezember 2003 03:15 |
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Sascha:
> > Nach Angaben von Creditreform werden dieses Jahr 39.700 Betriebe und
> > damit 5,5 Prozent mehr als im Vorjahr bei Gericht einen Insolvenzantrag
> > stellen.
>
> Weiß jemand, wieviele Betriebe es gibt?
Schätze 1,5 Mio. mit Umsatz zwischen 100T und 50M Euro.
Unter den 100T werden es mehr als 1,5 Mio. sein, schätze ich.
Also sind es weniger als 1% die Insolvenzantrag stellen.
Privatinsolvenz +29% hat nichts zu sagen, immerhin gibt's das
noch nicht so lange (erst seit 1995).
Das wars.
Jens
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| Re: die Realität ... [message #174128 ] |
Sa, 06 Dezember 2003 10:27 |
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"Jens Lippmann" <jens-lippmann_spm_ [at] t-online.de> schrieb:
>Schätze 1,5 Mio. mit Umsatz zwischen 100T und 50M Euro.
>Unter den 100T werden es mehr als 1,5 Mio. sein, schätze ich.
>Also sind es weniger als 1% die Insolvenzantrag stellen.
Interessant wäre außerdem, wieviele Unternehmen im gleichen
Zeitraum neu gegründet wurden ...
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| Re: die Realität ... [message #174129 ] |
Sa, 06 Dezember 2003 11:27 |
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Rodex D'Amato scripsit:
> Interessant wäre außerdem, wieviele Unternehmen im gleichen
> Zeitraum neu gegründet wurden ...
Es heisst doch immer die IHKs erfüllten "auch öffentliche Belange", wenn es zB
wieder einmal um die Abschaffung des Beitragszwanges geht. Wäre es nicht ihre
Aufgabe in diesem Bereich für etwas Transparenz zu sorgen?
Gruß
Michael
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| Re: die Realität ... [message #174130 ] |
Sa, 06 Dezember 2003 13:11 |
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Rodex D'Amato <rodex [at] ananzi.co.za> schrieb:
>"Jens Lippmann" <jens-lippmann_spm_ [at] t-online.de> schrieb:
>>Schätze 1,5 Mio. mit Umsatz zwischen 100T und 50M Euro.
>>Unter den 100T werden es mehr als 1,5 Mio. sein, schätze ich.
>>Also sind es weniger als 1% die Insolvenzantrag stellen.
>Interessant wäre außerdem, wieviele Unternehmen im gleichen
>Zeitraum neu gegründet wurden ...
Wenn Du eine Bilanz haben willst, gehören dazu dann noch die
Unternehmensschließungen ohne Insolvenz.
--
Martin Gerdes
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| Re: die Realität ... [message #174131 ] |
Sa, 06 Dezember 2003 15:56 |
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Michael Blunck wrote:
> Es heisst doch immer die IHKs erfüllten "auch öffentliche Belange", wenn es zB
> wieder einmal um die Abschaffung des Beitragszwanges geht.
zumindest betreiben sie das Inkasso ihrer Beiträge für Zwangsbeglückung
den Kirchen gleich per Finanzamt. Und das ohne Möglichkeit zum Austritt.
> Wäre es nicht ihre
> Aufgabe in diesem Bereich für etwas Transparenz zu sorgen?
nur gegen Beitragserhöhung! Alternativ ließe sich natürlich auch die
Bemessungsgrundlage verbreitern: Wenn es nun auch private Insolvenzen
gibt, warum dürfen dann Menschen in diesem Land überhaupt noch ohne
Kammer sein?
Grüße
Norbert
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| Re: die Realität ... [message #174134 ] |
Sa, 06 Dezember 2003 16:35 |
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norbert kock scripsit:
>> Es heisst doch immer die IHKs erfüllten "auch öffentliche
>> Belange", wenn es zB wieder einmal um die Abschaffung des
>> Beitragszwanges geht.
> zumindest betreiben sie das Inkasso ihrer Beiträge für
> Zwangsbeglückung den Kirchen gleich per Finanzamt.
> Und das ohne Möglichkeit zum Austritt.
Dieses mittelalterlich anmutende Ärgernis haben sich ja rund 100 verbliebene
Sozis aufgrund vom Kanzler verordneter Politik-Abstinenz wieder einmal auf ihre
persönliche to-do Liste gesetzt.
> [...] Alternativ ließe sich natürlich auch die
> Bemessungsgrundlage verbreitern: Wenn es nun auch private
> Insolvenzen gibt, warum dürfen dann Menschen in diesem Land
> überhaupt noch ohne Kammer sein?
Du traust dich hier Dinge zu schreiben die sich vilee andere nicht einmal mehr
zu alpträumen erlauben. :o)
Trotzdem, immer wieder erheiternd die an den Haaren herbeigezogenen
Rechtfertigungsversuche dieser Kammerheinis zu lesen (so lange man nicht selbst
mit Zwangsabgabe betroffen ist).
..
Gruß
Michael
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| Re: die Realität ... [message #174135 ] |
Sa, 06 Dezember 2003 16:38 |
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Sascha Wildner wrote:
> Weiß jemand, wieviele Betriebe es gibt?
wie wäre es mit der gesamtzahl umsatzsteuerpflichtiger Unternehmen?
[1] Wirtschaftszweige 2000 2001
insgesamt 2 909 150 2 920 983
Es gibt also gar keine Krise. Und nachdem unsere Bundesregierung die
Exporte neuerdings in US Dollar zu messen scheint [2], sieht auch alles
andere recht rosig aus. Selbst die sog. Aktienkrise hat es nicht
gegeben, man sehe sich nur den Dow Jones an. Da gab es lediglich eine
kleine Delle, aber doch keine Krise.
BTW hatten wir hier vor einiger Zeit mal eine Diskussion über die
"richtige" Währung von Charts. Dow und Nasdaq sehen in Euro imo ganz
interessant aus.
Grüße
Norbert
[1] http://www.destatis.de/basis/d/fist/fist011.htm
[2] Agenda 2010, Presse und Informationsamt der Bundesregierung,
November 2003, S.17
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| Re: die Realität ... [message #174136 ] |
Sa, 06 Dezember 2003 17:14 |
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Michael Blunck wrote:
> Du traust dich hier Dinge zu schreiben die sich vilee andere nicht einmal mehr
> zu alpträumen erlauben. :o)
ohne entsprechend große Bedrohung werden diese Pfründe wohl kein Ende
finden. Die PDS könnte sich hier doch mal nützlich machen und den
Kammerzwang für jeden Vorschlagen.
Grüße
Norbert
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| Re: die Realität ... [message #174150 ] |
Sa, 06 Dezember 2003 20:24 |
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Hallo Norbert,
>Nach Angaben von Creditreform werden dieses Jahr 39.700 Betriebe und
>damit 5,5 Prozent mehr als im Vorjahr bei Gericht einen Insolvenzantrag
>stellen. Die Zahl der Insolvenzanmeldungen von Privatpersonen werde um
>28,7 Prozent auf 60.100 zunehmen, teilte die Neusser
>Wirtschaftsauskunftei unter Verweis auf bis Ende November vorliegender
>Daten mit.
Beinhaltet das Insolvenzen sogenannter Ich-AGs?
Man sollte nicht übersehen, dass viele kleine Betriebsneugründungen auf
Sand gebaut sind, und je mehr solcher Neugründungen, desto mehr
Insolvenzen.
Klaus
--
Meine Absender-Adresse ist gültig, allerdings werden emails an diese
Adresse gnadenlos und ohne Benachrichtigung gelöscht.
Wer mir also schreiben will, ersetze den local part der Adresse durch
was anderes.
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| Re: die Realität... [message #174213 ] |
Fr, 12 Dezember 2003 00:27 |
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norbert kock <--norbert-kock [at] t-online.de> schrieb:
> Michael Blunck wrote:
>
>> Du traust dich hier Dinge zu schreiben die sich vilee andere
>> nicht einmal mehr zu alpträumen erlauben. :o)
>
> ohne entsprechend große Bedrohung werden diese Pfründe wohl
> kein Ende finden. Die PDS könnte sich hier doch mal nützlich
> machen und den Kammerzwang für jeden Vorschlagen.
Ihr könnt alle froh sein, daß ihr noch nie was vom Saarland gehört
habt. Hier ist jeder Arbeitnehmer Zwangsmitglied bei der
Arbeitskammer. Kostet mich 5,73 Teuro pro Monat.
Der Alb ist Realität.
--
Gerd
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| Re: die Realität ... [message #174249 ] |
Sa, 13 Dezember 2003 13:30 |
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Gerd Roppelt wrote:
> Ihr könnt alle froh sein, daß ihr noch nie was vom Saarland gehört
> habt. Hier ist jeder Arbeitnehmer Zwangsmitglied bei der
> Arbeitskammer. Kostet mich 5,73 Teuro pro Monat.
so so - Dienstherrenfähig ist dise Kammer also. Und Verfassungsrang hat
sie auch. Dafür muß einmal im Jahr berichtet werden. Ansonsten darf nach
belieben Beratungsdienstleistung betrieben werden. Ein potentieller
Arbeitsplatz für Herrn Gerster?
Aus der Ferne betrachtet ein wirklich erstaunlicher Club. Wie machen die
das nur, auch alle Grenzgänger abzukassieren? Ich war erst einmal im
Saarland und habe offenbar die Kasse am Eingang übersehen.
Grüße
Norbert
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| Re: die Realität ... [message #174252 ] |
Sa, 13 Dezember 2003 14:22 |
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norbert kock <--norbert-kock [at] t-online.de> wrote:
>Aus der Ferne betrachtet ein wirklich erstaunlicher Club. Wie machen die
>das nur, auch alle Grenzgänger abzukassieren? Ich war erst einmal im
>Saarland und habe offenbar die Kasse am Eingang übersehen.
Du hättest eine Arbeitsaufnahme hier - äh - DORT! (Oh Gott ich muß an
meine Legende denken) in Betracht ziehen sollen, dann wäre Dir das in
den Lohnzettel gemalte Kassenhäuschen sicher nicht entgangen.
Sind ja nur 0,15 Prozent vom Brutto, aber gnädigerweise nicht mal bis
zur Bemessungsgrenze. (Ich rechne jetzt mal schnell aus, was Kollege
Gerd so verdient :-))
Gruß
Gregor
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| Re: die Realität... [message #174299 ] |
Mo, 15 Dezember 2003 23:13 |
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Gregor Frowein <GregorFrowein [at] gmx.de> schrieb:
> norbert kock <--norbert-kock [at] t-online.de> wrote:
>
>> Aus der Ferne betrachtet ein wirklich erstaunlicher Club.
Die Eingeborenen hier haben ein dichotomisches Weltbild:
"Die da oben - wir da unten". Wenn man also nicht gerade auf "die
da oben" schimpft, versucht man sie nachzuahmen. Die Großen haben
ihre Industrie- und Handels-, Handwerks-, Ärzte- und sonstigen
Kammern, also brauchen die Kleinen ihre Arbeitskammer;-)
> Ich rechne jetzt mal schnell aus
Stehen Dir denn dafür mehr als die "archaischen Mittel" zur
Verfügung, von denen Du in
<s6uqku0l2getrlthdamtacel4p2jqlvms7 [at] 4ax.com> sprachst?
Sonst wird das ja nix;-)
Nix für ungut
und angenehme Träume
Gerd
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| Re: die Realität ... [message #174318 ] |
Di, 16 Dezember 2003 23:44 |
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Gerd Roppelt <gerd.roppelt [at] gmx.de> wrote:
>Gregor Frowein <GregorFrowein [at] gmx.de> schrieb:
>> Ich rechne jetzt mal schnell aus
>
>Stehen Dir denn dafür mehr als die "archaischen Mittel" zur
>Verfügung, von denen Du in
><s6uqku0l2getrlthdamtacel4p2jqlvms7 [at] 4ax.com> sprachst?
>Sonst wird das ja nix;-)
Der Dreisatz sollte da genügen und in diesen Dimensionen rechne ich
mit akzeptabler Abweichung - wahrlich archaisch - noch im Kopf.
>Nix für ungut
>und angenehme Träume
Packen wir es an.
Gruß
Gregor
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