| Re: "Als wenn Bush das alte Europa bestiehlt" [message #174554] |
Mi, 07 Januar 2004 18:23 |
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Moin!
Rump R. wrote:
....
> "Nichts kann den Wertverlust des Dollar aufhalten, denn George
> W. Bush hat es so beschlossen. (...) Das ist etwa so, als ob Bush
> beschlossen hätte, das Geld des 'alten Europa' zu stehlen, um seinen
> Wahlkampf zu finanzieren, dessen Motor von der Finanzpumpe des
> Schwindel erregenden amerikanischen Defizits finanziert wird.
Nett, nur leider stimmts nicht. Die USA braucht jeden Tag gut über eine
Milliarda US$ an fremden Kapital, um den Konsum auf den aktuellen Stand zu
halten. Nur kommt das seit einiger Zeit nicht mehr - nämlich seitdem der
Euro gegenüber dem US$ steigt, also schon druch den "starken" Euro eine
bessere Rendite erzielt werden kann als duch jede sichere Investition in den
USA. Das gefährdet die amerikansiche Wirtschaft weit mehr, als es durch
bessere Exportmöglichkeiten je wettgemacht werden kann.
....
> Die EZB könnte noch heute die Notenpressen anwerfen und
> mit den druckfrischen Euros Dollars kaufen. Dann wäre der
> Anstieg des Euros sofort gestoppt.
Nicht wirklich, Interventionen dieser Art helfen nur sehr kurzfristig, wie
die Erfahrung zeigt. Btw, was soll Europa mit einer galloppierenden
Inflation und steigenden Zinsen, ausser die eigene Konjunktur abzuwürgen?
> Das ist übrigens genau
> die Methode die die Japaner seit Wochen anwenden.
Die können auch ein wenig mehr Inflation (oder überhaupt eine) gut brauchen.
> Japans Wirtschaft ist viel mehr abhängig von den Importen
> in die USA als Europa es ist. In der EU gehen 90 % der
> Exporte wieder in die EU. Deshalb tut der Anstieg des
> Euros nicht sooo weh, wie viele es immer behaupten.
Also, was solls? Wenn es nicht so stört, wie wird die Überschrift des
Artikels begründet?
....
> Andererseits _noch_ fließt viel Geld von Anlegern nach
> Europa, sodaß Geld zur Verfügung steht, mit dem investiert und
> auch Unternehmen gekauft werden können und das man auch
> in die Hand der Konsumenten geben _könnte_.
Nö, die Zeiten sind seit einigen Monaten vorbei.
> Was interessant ist: Öl wird in USD gehandelt, ist
> jemand schon eine Benzinpreissenkung aufgefallen?
Guter Punkt :) Noch besser wirds, wenn Russland und Saudi Arabien (unter
Umständen nebem dem Dollar) ihr Öl für Euros verkaufen. Die Besuche hoher
US-Tiere in Moskau kurz vor dem Irak-Krieg hatten weniger eben diesen Krieg,
als die Währungsfrage zum Thema. Sollte sowas passieren, hat die USA ein
unangenehmes Problem: sie wird eines ihrer größten Wirtschaftsgüter, nämlich
den Dollar, nicht mehr so einfach los.
Bye, Ralf
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