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Finances / Finanzen » de.etc.finanz.boerse » Wie schlecht man doch den ifo Index reden kann
| Wie schlecht man doch den ifo Index reden kann [message #204060] |
Mi, 23 Februar 2005 12:56 |
|
so z.B. unsere Gute-Laune-Börsianer von der ARD, Zitat:
"Der ifo-Index für Februar erwischte die Börsianer kalt am Mittwochmorgen.
Volkswirte hatten dem Konjunktur-Indikator den dritten Anstieg in Folge auf
96,8 Punkte vorhergesagt. Statt dessen sankt der Index im Februar auf 95,5
nach 96,4 Punkten im Januar. Die rund 7.000 befragten Unternehmen bewerteten
sowohl ihre aktuelle Lage als auch die Geschäftsaussichten negativer als
noch im Januar."
Was für eine irreführende Rhetorik! Würden alle 7.000 befragten Unternehmen
ihre aktuelle Lage nämlich schlechter als im Vorjahr einstufen, dann hätten
wir aufgrund der (relativ transparenten) Berechnung des ifo-Index einen
Ausschlag nach unten im zweistelligen absoluten Zahlenbereich.
Rechnerisch haben von den 7.000 Unternehmen gerade mal diesen Monat
höchstens 63 Unternehmen mehr ihre gegnwärtige und zukünftige Lage
schlechter bewertet als andere Unternehmen sie besser bewerten - gegenüber
dem Vormonat. Das würde ich noch lange nicht als Anzeichen des
bevorstehenden Unterganges des Abendlandes werten.
Also entweder haben ARD-Börsen-Redakeure selbst keine Aktien oder sie
investieren derzeit nur in Put-Optionsscheinen.
|
|
|
| Re: Wie schlecht man doch den ifo Index reden kann [message #204061 ] |
Mi, 23 Februar 2005 15:08 |
|
"Markus Pfefferle" <markus.pfefferle [at] web.de> schrieb im Newsbeitrag
news:3839atF5i58okU1 [at] individual.net...
[...]
"schlecht reden" wuerd ich es nicht nennen, eher eine Warnung an einige
unter uns :" Willkommen in der Wirklichkeit des (oekonomischen) Lebens"
>
> [...] oder sie
> investieren derzeit nur in Put-Optionsscheinen.
>
hoert sich sehr vernuenftig an.
gruss,uli
|
|
|
| Re: Wie schlecht man doch den ifo Index reden kann [message #204062 ] |
Mi, 23 Februar 2005 15:22 |
|
Uli Hermann wrote:
> [...]
> "schlecht reden" wuerd ich es nicht nennen, eher eine Warnung an
> einige unter uns :" Willkommen in der Wirklichkeit des
> (oekonomischen) Lebens"
Wie sieht diese Wirklichkeit denn aus? Ich vermisse irgendwie den Einfluss
harter GuV Zahlen in diesem ifo-Index.
|
|
|
| Re: Wie schlecht man doch den ifo Index reden kann [message #204063 ] |
Mi, 23 Februar 2005 16:16 |
|
"Markus Pfefferle" <markus.pfefferle [at] web.de> schrieb im Newsbeitrag
news:383hsbF5mcm5kU1 [at] individual.net...
> Uli Hermann wrote:
> > [...]
> > "schlecht reden" wuerd ich es nicht nennen, eher eine Warnung an
> > einige unter uns :" Willkommen in der Wirklichkeit des
> > (oekonomischen) Lebens"
>
> Wie sieht diese Wirklichkeit denn aus? Ich vermisse irgendwie den Einfluss
> harter GuV Zahlen in diesem ifo-Index.
>
Aktienperformance und Wirtschaftsleistung laufen zur Zeit stark auseinander.
Das ist natuelich oft so und auch nicht unbedingt schaedlich.
Vergleichen wir mal den DAX und das Wirtschaftswachstum fuer Q4/04.
Mir ist schleierhaft womit diese Performance bei den Aktien generiert wird.
Alle schauen auf die paar wenigen, grossen und international taetigen
Konzerne-
uebersehen werden die vielen kleineren Firmen, die nicht mal an der
Boerse notiert sind. Und denen geht's schlecht wie nie.
Ich bin selbst Automobil-Zulieferer und die Stimmung hat sich in meinem
Umfeld
tatsaechlich (weiter) eingetruebt. Schuld daran ist der hohe Kostendruck von
Seiten der
Abnehmer und die hohen Rohstoffpreise/Energiepreise (bei uns v.a. Stahl).
gruss,uli
|
|
|
| Re: Wie schlecht man doch den ifo Index reden kann [message #204064 ] |
Mi, 23 Februar 2005 16:55 |
|
Uli kritzelte:
> Aktienperformance und Wirtschaftsleistung laufen zur Zeit stark
auseinander.
> Das ist natuelich oft so und auch nicht unbedingt schaedlich.
> Vergleichen wir mal den DAX und das Wirtschaftswachstum fuer Q4/04.
> Mir ist schleierhaft womit diese Performance bei den Aktien generiert
wird.
Zur Erinnerung: An der Börse werden die *Zukunfts*aussichten gehandelt, und
dazu ist die Mehrheit der Käufer eben positiv gestimmt. Nach meiner Meinung
hat die DAX Perfomance der ersten 6 Wochen in 2005 schon fast das ganze Jahr
vorweg genommen. Naja, kleinere Korrektur läuft ja gerade. Ich rechne mit um
die 4500 bis Ende 2005, sofern nicht irgendwelche Unvorhersehbarkeiten
(Terror etc.) dazwischen funken.
> Ich bin selbst Automobil-Zulieferer und die Stimmung hat sich in meinem
> Umfeld tatsaechlich (weiter) eingetruebt. Schuld daran ist der hohe
> Kostendruck von Seiten der Abnehmer und die hohen Rohstoffpreise/
> Energiepreise (bei uns v.a. Stahl).
Das kann ich absolut verstehen aber paßt genau zu meinen Erwartungen.
Gruß
Martin
|
|
|
| Re: Wie schlecht man doch den ifo Index reden kann [message #204065 ] |
Mi, 23 Februar 2005 17:14 |
|
Uli Hermann wrote:
> Vergleichen wir mal den DAX und das Wirtschaftswachstum fuer Q4/04.
> Mir ist schleierhaft womit diese Performance bei den Aktien generiert
> wird. Alle schauen auf die paar wenigen, grossen und international
> taetigen Konzerne-
> uebersehen werden die vielen kleineren Firmen, die nicht mal an der
> Boerse notiert sind. Und denen geht's schlecht wie nie.
Naja, es gibt zwei Arten von "Unternehmern": solche, die sich auf ein
Geschäft und eine Branche festlegen und es selbst aufziehen wollen und
solche, die selbst nichts bewegen wollen sondern ihr Geld einfach nur den
ersteren geben damit sie es für sie mehren (aka Aktionäre, Gläubiger oder
auch Kommanditen).
Als ein Vertreter der letzten Gruppe interessiert mich eigentlich wenig wie
es in Deutschland selbst läuft (auch wenn man finanzielles Hauptstandbein
davon auch noch abhängt). Um ehrlich zu sein: die deutsche Binnenwirtschaft
halte ich auch für ausgelaugt und konsolidierungsüberfällig. Insofern hat
der ifo-Index ja sogar recht. Aber globalwirtschaftlich gibt es noch viele
aufstrebende Märkte, an denen sich Kapital vermehren kann. Wollen die
Deutschen, dass es ihnen weiterhin gut geht, müssen sie sich darauf
einstellen nicht mehr nur die Bedürfnisse ihrer eigenen Volkswirtschaft zu
bedienen, sondern diejenigen von anderen, noch aufstrebenden
Volkswirtschaften - und zwar am besten bevor diese es selbst für sich tun
können.
> Ich bin selbst Automobil-Zulieferer und die Stimmung hat sich in
> meinem Umfeld
> tatsaechlich (weiter) eingetruebt. Schuld daran ist der hohe
> Kostendruck von Seiten der
> Abnehmer und die hohen Rohstoffpreise/Energiepreise (bei uns v.a.
> Stahl).
Normal müssten diese Kosten eigentlich nur an die Abnehmer durchgereicht
werden. Alle Konkurrenten zahlen schließlich die selben Preise für Rohstoffe
und Energie. Das Problem liegt dort, wo die Preise eben _nicht_ einheitlich
sind: Steuern und Lohnkosten. In Polen kostet menschliche Arbeitskraft ein
Fünftel dessen, was sie in Deutschland kostet. Dort liegt die Schuld!
Dagegen kann man in Deutschland nicht konkurrieren - denn welcher deutsche
Arbeiter würde sich von heute auf morgen mit einem Fünftel seines
Arbeitslohns zufrieden geben? Da hilft nur Abwandern oder sich auf eine
Branche verlegen, die "noch" nicht im Ausland Fuß gefasst hat.
Nüchtern aber realistisch betrachtet.
|
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| Re: Wie schlecht man doch den ifo Index reden kann [message #204074 ] |
Do, 24 Februar 2005 07:41 |
|
On Wed, 23 Feb 2005 17:14:21 +0100, "Markus Pfefferle"
<markus.pfefferle [at] web.de> wrote:
>> Kostendruck von Seiten der
>> Abnehmer und die hohen Rohstoffpreise/Energiepreise (bei uns v.a.
>> Stahl).
>
Da Rohstoffe meist in Dollar gehandelt werden, sollten sie bei dem
Euro/Dollar-Kurs doch nicht so teuer für uns sein, oder?
>Dagegen kann man in Deutschland nicht konkurrieren - denn welcher deutsche
>Arbeiter würde sich von heute auf morgen mit einem Fünftel seines
>Arbeitslohns zufrieden geben?
>
Und welcher Vermieter würde sich denn von heute auf morgen mit einem
fünftel der Wohnungmiete zufriedengeben.
Es gibt hier noch viele Leute, die nur von der Hand in den Mund leben.
Wenn man ihnen noch das letzte Hemd abnimmt, wer soll dann das ganze
Zeug kaufen, das wir herstellen? Der Pole wird dazu wohl auch nicht in
der Lage sein, oder?
Tschö,
Matthias
|
|
|
| Re: Wie schlecht man doch den ifo Index reden kann [message #204316 ] |
Do, 24 Februar 2005 11:00 |
|
Matthias Renner wrote:
>>> Kostendruck von Seiten der
>>> Abnehmer und die hohen Rohstoffpreise/Energiepreise (bei uns v.a.
>>> Stahl).
>>
> Da Rohstoffe meist in Dollar gehandelt werden, sollten sie bei dem
> Euro/Dollar-Kurs doch nicht so teuer für uns sein, oder?
Das glättet sich im allgemeinen. Wenn ein Währungsraum durch
Währungsdifferenzen einen Rohstoff billiger (im Bezug auf Kaufkraft) bekäme
als ein anderer, dann steigt aus diesem Währungsraum natürlich auch die
Nachfrage. Der ausländische Erzeuger kann - auch wenn er eigentlich in einer
schwächeren Währung handelt, seine Preise steigern.
Auf der anderen Seite sind zwar die Rohstoffe für uns billiger - aber der
Währungskurs drückt dafür auch auf die Exportgewinne, denn um auf den
Weltmarkt kokurrenzfähig zu bleiben müssen Unternehmen natürlich auch ihre
Preise drücken. So gleicht sich die Wirtschaft wieder selbst aus.
Profitieren tut dabei aber unsere Binnenwirtschaft: denn unsere Kaufkraft
bewegt sich ja quasi im Bezugssystem unserer Währung. Unseren eigenen Bedarf
können wir mit günstigeren Rohstoffen decken.
>> Dagegen kann man in Deutschland nicht konkurrieren - denn welcher
>> deutsche Arbeiter würde sich von heute auf morgen mit einem Fünftel
>> seines Arbeitslohns zufrieden geben?
>>
> Und welcher Vermieter würde sich denn von heute auf morgen mit einem
> fünftel der Wohnungmiete zufriedengeben.
Das gleiche Problem. Arbeitslohn und Kaufkraft sind stark miteinander
verwoben. Die Wirtschaft ist schließlich ein Kreislauf von Versorgung und
Bedürfnis: auch die Erzeuger gestalten ihre Preise so, dass sie sich die
Produkte leisten können, die andere Erzeuger von ihnen verlangen.
Wir hören immer wieder, dass in einem Schwellenland soundso ein Arbeiter
gerade mal 300 Euro im Monat verdient. Wir vergessen dabei gerne, dass der
Betrag nach dem wirtschaftlichen Währungsverhältnis umgerechnet wurde. Nicht
außer Acht lassen darf mann, dass z.B. ein Haarschnitt für Männer beim
Frisör in diesem Land - ebenfalls umgerechnet - gerade mal ein Euro kostet.
Oder ein Laib Brot für 30 Cent zu haben ist usw. Die Kaufkraft im Bezug auf
die Grundbedürfnisse des Menschen ist im Grunde vielleicht die gleiche wie
bei uns - lediglich importierte High-Tech-Güter aus dem Ausland sind für
diese Menschen unerschwinglich. Warum? Weil ihr Land nichts produziert, was
unser Land bräuchte - oder zumindestens nichts, was wir nur von ihnen
kriegen könnten. Unse Land hat daher keinen großen Bedarf an ihrere Währung,
sie aber wesentlich mehr an unserer Währung. Das drückt sich dann im
markanten Währungsunterschied aus.
Im Grunde ist eigentlich die ganze Weltwirtschaft in der Lage sich selbst
auszugleichen. Nur vor der Globalisierung waren zwischen den einzelnen
Volkswirtschaften regelrechte Dämme errichtet worden. Manche
Wirtschaftsräume sind schneller reich geworden als andere oder haben sich
technologisch schneller entwickelt. Die Autobauer hätten sicherlich schon
vor 50 Jahren gerne in Polen Autos bauen lassen - aber dafür gab es z.B.
nicht die nötige Infrastruktur und politische Stabilität. Jetzt werden halt
die Dämme mehr und mehr niedergerissen und das Kapital strömt aus den
reichen Ländern in die armen, bis sich irgendwann überall wieder Gleichstand
einstellt (nach einigen wilden Schwankungen).
> Es gibt hier noch viele Leute, die nur von der Hand in den Mund leben.
> Wenn man ihnen noch das letzte Hemd abnimmt, wer soll dann das ganze
> Zeug kaufen, das wir herstellen? Der Pole wird dazu wohl auch nicht in
> der Lage sein, oder?
Doch, zunehmendst. Wenn die westlichen Hersteller zunehmend in die
Billiglohnländer abwandern, dann wird auch in diesen Ländern die verfügbare
Arbeitskraft immer knapper (insbesondere qualifizierte) und damit die Löhne
automatisch steigen. Steigende Löhne bedeuten, dass auch die Güter und
Dienstleistungen des alltäglichen Grundbedarfs steigen werden, denn
schließlich wollen alle an diesem Reichtum mitverdienen (ganz zu schweigen
davon, dass auch ihre Lohnkosten stetig steigen werden). Man muss nur mal
einen Blick nach China werfen - auch wenn es dort noch ein großes Gefälle
zwischen arm und reich gibt, aber die dort einst billig für den Westen
produzierten Handy werden die Hersteller mittlerweile sogar im
Herstellerland in großen Mengen los.
Die Wirtschaft ist ein geschlossenes System von Angebot und Nachfrage und
stellt sich im großen und ganzen immer auf ein Gleichgewicht ein. Wir
empfinden es im Moment nur als ein Niedergang, weil wir jahrelang weit über
dem internationalen Durchschnitt gelebt haben und die Korrekturkräfte uns
nun unweigerlich wieder nach unten ziehen.
Man kann nun Egoist sein und als Globalisierungsgegner auf die Straßen gehen
und dagegen protestieren, dass wir unseren Reichtum an andere abgeben.
Man kann aber auch Humanist sein und sagen, eigentlich wäre es ganz fair,
wenn es irgendwann auf der Welt allen Volkswirtschaften gleich gut ginge,
seinen Gürtel enger schnallen, und sich mit einer Realität abfinden, die man
eh nicht mehr ändern kann.
Die Länder, in die jetzt unser Reichtum strömt, waren lange Zeit auf der
anderen Seite der Waage gesessen und die Menschen dort haben sich auch
irgendwie durchgefüttert und sind nicht in Scharen verhungert.
Lernt wir halt mal wieder unser eigenes Brot zu backen! Ich hab's diese
Woche mal aus Neugierde getan. Ist nicht sehr schwierig oder zeitaufwendig,
schmeckt besser und man kriegt einen großen Laib wertvolles
Grundnahrungsmittel für Material- und Energiewert von knapp unter einem Euro
statt für drei Euro beim Bäcker. Komischerweise jammert jeder Kleinanleger
über die Spesen beim Broker, wenn er Tausender-Beträge übers Parkett
schiebt - aber über Kostenaufschläge von 200% beim Bäcker regt sich keiner
auf. Ergibt das Sinn?
|
|
|
| Re: Wie schlecht man doch den ifo Index reden kann [message #204318 ] |
Do, 24 Februar 2005 17:31 |
|
"Markus Pfefferle" <markus.pfefferle [at] web.de> schrieb
> Lernt wir halt mal wieder unser eigenes Brot zu backen! Ich hab's diese
> Woche mal aus Neugierde getan. Ist nicht sehr schwierig oder
> zeitaufwendig,
> schmeckt besser und man kriegt einen großen Laib wertvolles
> Grundnahrungsmittel für Material- und Energiewert von knapp unter einem
> Euro
> statt für drei Euro beim Bäcker. Komischerweise jammert jeder Kleinanleger
> über die Spesen beim Broker, wenn er Tausender-Beträge übers Parkett
> schiebt - aber über Kostenaufschläge von 200% beim Bäcker regt sich keiner
> auf. Ergibt das Sinn?
Kann man bei Dir Brot bestellen? Bitte Sorten und Preise mitteilen.
Wäre auch an Brezeln interessiert !
Yours hungry Alfred
|
|
|
| Re: Wie schlecht man doch den ifo Index reden kann [message #204319 ] |
Do, 24 Februar 2005 18:53 |
|
On Thu, 24 Feb 2005 11:00:31 +0100, "Markus Pfefferle"
<markus.pfefferle [at] web.de> wrote:
>Lernt wir halt mal wieder unser eigenes Brot zu backen! Ich hab's diese
>Woche mal aus Neugierde getan. Ist nicht sehr schwierig oder zeitaufwendig,
>schmeckt besser und man kriegt einen großen Laib wertvolles
>Grundnahrungsmittel für Material- und Energiewert von knapp unter einem Euro
>statt für drei Euro beim Bäcker. Komischerweise jammert jeder Kleinanleger
>über die Spesen beim Broker, wenn er Tausender-Beträge übers Parkett
>schiebt - aber über Kostenaufschläge von 200% beim Bäcker regt sich keiner
>auf. Ergibt das Sinn?
Aber aus Kostengründen selbst Brot backen ergibt noch weniger Sinn.
Bei Deiner Sparleistung (http://tinyurl.com/4n92t) und Deinem bisher
angehäuften bzw. erspekulierten Vermögen (schlüssige Annahme) ist jede
Stunde in der Du Dir 2 EUR mit Brotbacken ersparst anstatt 200 EUR an
der Börse zu machen kein Gewinn, sondern beim Fenster hinausgeworfenes
Geld.
VG Gerard
|
|
|
| Re: Wie schlecht man doch den ifo Index reden kann [message #204320 ] |
Do, 24 Februar 2005 18:57 |
|
On Thu, 24 Feb 2005 17:31:00 +0100, "AlfredNeumann"
<AlfredNeumann [at] gmx.de> wrote:
>
>"Markus Pfefferle" <markus.pfefferle [at] web.de> schrieb
>
>
>> Lernt wir halt mal wieder unser eigenes Brot zu backen! Ich hab's diese
>> Woche mal aus Neugierde getan. Ist nicht sehr schwierig oder
>> zeitaufwendig,
>> schmeckt besser und man kriegt einen großen Laib wertvolles
>> Grundnahrungsmittel für Material- und Energiewert von knapp unter einem
>> Euro
>> statt für drei Euro beim Bäcker. Komischerweise jammert jeder Kleinanleger
>> über die Spesen beim Broker, wenn er Tausender-Beträge übers Parkett
>> schiebt - aber über Kostenaufschläge von 200% beim Bäcker regt sich keiner
>> auf. Ergibt das Sinn?
>
>
>Kann man bei Dir Brot bestellen? Bitte Sorten und Preise mitteilen.
>Wäre auch an Brezeln interessiert !
>
Oh nein! Lass' es bleiben. Der Mann kommt noch vom richtigen Weg ab.
VG Gerard
|
|
|
| Re: Wie schlecht man doch den ifo Index reden kann [message #204849 ] |
Fr, 25 Februar 2005 10:08 |
|
Gerard Listhoff schrieb am 24.02.2005, 18:53 Uhr:
> Aber aus Kostengründen selbst Brot backen ergibt noch weniger Sinn.
> Bei Deiner Sparleistung (http://tinyurl.com/4n92t) und Deinem bisher
> angehäuften bzw. erspekulierten Vermögen (schlüssige Annahme) ist
> jede Stunde in der Du Dir 2 EUR mit Brotbacken ersparst anstatt 200
> EUR an der Börse zu machen kein Gewinn, sondern beim Fenster
> hinausgeworfenes Geld.
Wenn es nicht genügend von diesen Stunden gibt, in denen 200 EUR an der
Börse gemacht werden können, dann nicht. ;-)
Gruß,
Wolfgang
--
Keiner kommt hier lebend raus.
|
|
|
| Re: Wie schlecht man doch den ifo Index reden kann [message #204851 ] |
Fr, 25 Februar 2005 10:38 |
|
Gerard Listhoff <me [at] privacy.net> schrieb:
> "Markus Pfefferle" <markus.pfefferle [at] web.de> wrote:
>> Lernt wir halt mal wieder unser eigenes Brot zu backen! Ich
>> hab's diese Woche mal aus Neugierde getan. Ist nicht sehr
>> schwierig oder zeitaufwendig, schmeckt besser und man kriegt
>> einen großen Laib wertvolles Grundnahrungsmittel für Material-
>> und Energiewert von knapp unter einem Euro statt für drei Euro
>> beim Bäcker. Komischerweise jammert jeder Kleinanleger über die
>> Spesen beim Broker, wenn er Tausender-Beträge übers Parkett
>> schiebt - aber über Kostenaufschläge von 200% beim Bäcker regt
>> sich keiner auf. Ergibt das Sinn?
> Aber aus Kostengründen selbst Brot backen ergibt noch weniger
> Sinn. Bei Deiner Sparleistung (http://tinyurl.com/4n92t) und
> Deinem bisher angehäuften bzw. erspekulierten Vermögen
> (schlüssige Annahme) ist jede Stunde in der Du Dir 2 EUR mit
> Brotbacken ersparst anstatt 200 EUR an der Börse zu machen kein
> Gewinn, sondern beim Fenster hinausgeworfenes Geld.
Er bereitet gerade das IPO seiner Backwaren-AG vor.
Zeichnen! Zeichnen! Die Aufnahme in den GEX
ist ihm gewiß, und anschließend wird er Nestlé schlucken.
Gruß
Gerd
--
"Gelegentliches Zocken hält gesund." (Spiegel Online)
|
|
|
| Re: Wie schlecht man doch den ifo Index reden kann [message #204852 ] |
Fr, 25 Februar 2005 11:15 |
|
Wolfgang Garbe scripsit:
>> jede Stunde in der Du Dir 2 EUR mit Brotbacken ersparst anstatt 200
>> EUR an der Börse zu machen [ist] kein Gewinn, sondern beim Fenster
>> hinausgeworfenes Geld.
> Wenn es nicht genügend von diesen Stunden gibt, in denen 200 EUR an der
> Börse gemacht werden können, dann nicht. ;-)
Genau. Eine dieser unzulässigen Verallgemeinerungen.
Von denen es hier in letzter Zeit nur so wimmelt, BTW. :)
Gruß
Michael
|
|
|
| Re: Wie schlecht man doch den ifo Index reden kann [message #204858 ] |
Fr, 25 Februar 2005 14:25 |
|
|
Post removed (X-No-Archive: yes)
|
|
|
| Re: Wie schlecht man doch den ifo Index reden kann [message #204862 ] |
Fr, 25 Februar 2005 14:43 |
|
Gerd Roppelt schrieb am 25.02.2005, 14:25 Uhr:
> Michael Blunck <michael.blunck [at] ewetel.net> schrieb:
>
>> Genau. Eine dieser unzulässigen Verallgemeinerungen.
>> Von denen es hier in letzter Zeit nur so wimmelt, BTW. :)
>
> Soll man daraus nun schließen, daß eine "Echoblase" langsam beginnt,
> auf ihren Höhepunkt zuzustreben? Das Echo ist ja schon zu hören;-)
Ja. Ich lege mir langsam die Shorts heraus. Es wird ja schließlich bald
Sommer. Auch wenn die Temperaturen noch mal ihre Tiefs testen.
Gruß,
Wolfgang
--
Keiner kommt hier lebend raus.
|
|
|
| Re: Wie schlecht man doch den ifo Index reden kann [message #204863 ] |
Fr, 25 Februar 2005 15:28 |
|
Gerd Roppelt scripsit:
[...]
>> Genau. Eine dieser unzulässigen Verallgemeinerungen.
>> Von denen es hier in letzter Zeit nur so wimmelt, BTW. :)
> Soll man daraus nun schließen, daß eine "Echoblase" langsam beginnt,
> auf ihren Höhepunkt zuzustreben? Das Echo ist ja schon zu hören;-)
Die Herleitung irgendwelcher Parallelen oder Antiparallelen zwischen
defb[m] und der sog. realen Welt hat auch früher[tm] nie funktioniert. :)
Nichtsdestotrotz. Vergiss nicht zu tuten wenn´s so weit ist. Unser
Freund ist schwerhörig und meine Kautschukklingel überhört er ständig. :D
Gruß
Michael
|
|
|
| Re: Wie schlecht man doch den ifo Index reden kann [message #204870 ] |
Fr, 25 Februar 2005 17:25 |
|
Michael Blunck <michael.blunck [at] ewetel.net> schrieb:
> Die Herleitung irgendwelcher Parallelen oder Antiparallelen
> zwischen defb[m] und der sog. realen Welt hat auch früher[tm]
> nie funktioniert. :)
Schon recht. :) Es ist ja auch nicht so, daß ich meine
Anlageentscheidungen darauf stützen würde. Aber WIMRE hatte z.B.
Christian Cargolifter seinen Gastauftritt mitten in einer kleinen
Ralley. Oder?
> Nichtsdestotrotz. Vergiss nicht zu tuten wenn´s so weit ist.
> Unser Freund ist schwerhörig und meine Kautschukklingel überhört
> er ständig. :D
Soll ich denn Eulen nach Athen tragen? Als ich das Thema das letzte
Mal ansprach, wollte er nichts davon wissen, geklingelt zu bekommen.
Nun ja, damit müssen wir leben;-)
Schönen Gruß
Gerd
--
CL hätte selbst meine Wenigkeit über Wasser halten
können, oder meine Oma. (Christian Cargolifter in defbm)
|
|
|
| Re: Wie schlecht man doch den ifo Index reden kann [message #204871 ] |
Fr, 25 Februar 2005 17:25 |
|
|
Post removed (X-No-Archive: yes)
|
|
|
| Re: Wie schlecht man doch den ifo Index reden kann [message #204875 ] |
Fr, 25 Februar 2005 21:11 |
|
On Fri, 25 Feb 2005 14:43:26 +0100, Wolfgang Garbe
<wogarbe [at] freakmail.de> wrote:
>Ja. Ich lege mir langsam die Shorts heraus.
Na hoffentlich werden die nicht kaputt vom ewigen rein - raus ;-)
VG Gerard
|
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|
| Re: Wie schlecht man doch den ifo Index reden kann [message #204885 ] |
Sa, 26 Februar 2005 12:02 |
|
|
Post removed (X-No-Archive: yes)
|
|
|
| Re: Wie schlecht man doch den ifo Index reden kann [message #204915 ] |
Mo, 28 Februar 2005 11:12 |
|
Gerard Listhoff schrieb am 25.02.2005, 21:11 Uhr:
> On Fri, 25 Feb 2005 14:43:26 +0100, Wolfgang Garbe
> <wogarbe [at] freakmail.de> wrote:
>
>> Ja. Ich lege mir langsam die Shorts heraus.
>
> Na hoffentlich werden die nicht kaputt vom ewigen rein - raus ;-)
Ich nehme nicht immer dieselben. Vielmehr habe ich die Angst, dass sie
"expiren", wenn ich sie gerade trage.
Gruß,
Wolfgang
--
Keiner kommt hier lebend raus.
|
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| Re: Wie schlecht man doch den ifo Index reden kann [message #204939 ] |
Mo, 28 Februar 2005 21:06 |
|
On Mon, 28 Feb 2005 11:12:05 +0100, Wolfgang Garbe
<wogarbe [at] freakmail.de> wrote:
>Ich nehme nicht immer dieselben. Vielmehr habe ich die Angst, dass sie
>"expiren", wenn ich sie gerade trage.
Aha, ich verstehe. Du kaufst Dir shorts, trägst Sie ein bisschen und
wenn sie dadurch einen höheren Wert erhalten, verkaufst Du sie wieder.
VG Gerard
|
|
|
| Re: Wie schlecht man doch den ifo Index reden kann [message #205036 ] |
Fr, 04 März 2005 15:02 |
|
Gerd Roppelt schrieb am 25.02.2005, 17:25 Uhr:
> Wolfgang Garbe <wogarbe [at] freakmail.de> schrieb:
>
>> Ja. Ich lege mir langsam die Shorts heraus.
>
> Ich hatte das ja so gemeint, daß man damit noch etwas warten könnte,
> weil jetzt erst mal die Milchmädchen-Ralley begänne. (Wenn man sich
> auf das Echo verlassen könnte.)
Aus den heutigen US-Arbeitsmarktdaten saugen die Börsenoptimisten sicher
noch ein wenig Honig. Oder sind die Märkte schon reif für einen
allgemeinen Sell-On-Good-News?
Gruß,
Wolfgang
--
Keiner kommt hier lebend raus.
|
|
|
| Re: Wie schlecht man doch den ifo Index reden kann [message #208162 ] |
Mo, 07 März 2005 10:32 |
|
Wolfgang Garbe scripsit:
[...]
> Aus den heutigen US-Arbeitsmarktdaten
Dem Anstieg der Arbeitslosenquote von 5,2% auf 5,4%?
> saugen die Börsenoptimisten sicher noch ein wenig Honig.
EKNW und Gruß
Michael
|
|
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| Re: Wie schlecht man doch den ifo Index reden kann [message #208165 ] |
Mo, 07 März 2005 11:17 |
|
Michael Blunck schrieb am 07.03.2005, 10:32 Uhr:
> Wolfgang Garbe scripsit:
>
>> Aus den heutigen US-Arbeitsmarktdaten
>
> Dem Anstieg der Arbeitslosenquote von 5,2% auf 5,4%?
>
>> saugen die Börsenoptimisten sicher noch ein wenig Honig.
Sowohl für Aktien- als auch für Rentenmärkte war etwas dabei.
Die Haussen dürfen also weitergehen.
Gruß,
Wolfgang
--
Keiner kommt hier lebend raus.
|
|
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| Re: Wie schlecht man doch den ifo Index reden kann [message #208336 ] |
Di, 08 März 2005 14:22 |
|
Tachchen,
>Schon recht. :) Es ist ja auch nicht so, daß ich meine
>Anlageentscheidungen darauf stützen würde. Aber WIMRE hatte z.B.
>Christian Cargolifter seinen Gastauftritt mitten in einer kleinen
>Ralley. Oder?
ach ja, das waren noch (lustige) Zeiten. *g
Gruß, Dominik
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| Re: Wie schlecht man doch den ifo Index reden kann [message #213157 ] |
Mi, 30 März 2005 18:28 |
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"Uli Hermann" <uliherm [at] gmx.de> wrote in message
news:cvi6uu$4gt$00$1 [at] news.t-online.com...
>
> "Markus Pfefferle" <markus.pfefferle [at] web.de> schrieb im Newsbeitrag
> news:383hsbF5mcm5kU1 [at] individual.net...
> > Uli Hermann wrote:
> > > [...]
> > > "schlecht reden" wuerd ich es nicht nennen, eher eine Warnung an
> > > einige unter uns :" Willkommen in der Wirklichkeit des
> > > (oekonomischen) Lebens"
> >
> > Wie sieht diese Wirklichkeit denn aus? Ich vermisse irgendwie den
Einfluss
> > harter GuV Zahlen in diesem ifo-Index.
Warum? Der Ifo Index misst die Stimmung und nichts anderes. Was sollen das
harte Zahlen?
Die harten Zahlen hast Du doch erst hinterher - der Ifo Index soll ein
vorlaufender Indikator sein.
> Aktienperformance und Wirtschaftsleistung laufen zur Zeit stark
auseinander.
> Das ist natuelich oft so und auch nicht unbedingt schaedlich.
> Vergleichen wir mal den DAX und das Wirtschaftswachstum fuer Q4/04.
> Mir ist schleierhaft womit diese Performance bei den Aktien generiert
wird.
> Alle schauen auf die paar wenigen, grossen und international taetigen
> Konzerne-
> uebersehen werden die vielen kleineren Firmen, die nicht mal an der
> Boerse notiert sind. Und denen geht's schlecht wie nie.
Aber im Dax sind eben genau diese grossen internationalen Firmen und nicht
die kleinen.
Der Dax repraesentiert eben nicht das deutsche Wirtschaftswachstum sondern
die grossen deutschen Unternehmen, die natuerlich international und global
taetig sind.
> Ich bin selbst Automobil-Zulieferer und die Stimmung hat sich in meinem
> Umfeld
> tatsaechlich (weiter) eingetruebt. Schuld daran ist der hohe Kostendruck
von
> Seiten der
> Abnehmer und die hohen Rohstoffpreise/Energiepreise (bei uns v.a. Stahl).
>
> gruss,uli
>
>
>
>
>
>
>
>
>
>
>
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| Re: Wie schlecht man doch den ifo Index reden kann [message #213158 ] |
Mi, 30 März 2005 18:33 |
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"Markus Pfefferle" <markus.pfefferle [at] web.de> wrote in message
news:3839atF5i58okU1 [at] individual.net...
> so z.B. unsere Gute-Laune-Börsianer von der ARD, Zitat:
>
> "Der ifo-Index für Februar erwischte die Börsianer kalt am Mittwochmorgen.
> Volkswirte hatten dem Konjunktur-Indikator den dritten Anstieg in Folge
auf
> 96,8 Punkte vorhergesagt. Statt dessen sankt der Index im Februar auf 95,5
> nach 96,4 Punkten im Januar. Die rund 7.000 befragten Unternehmen
bewerteten
> sowohl ihre aktuelle Lage als auch die Geschäftsaussichten negativer als
> noch im Januar."
>
>
> Was für eine irreführende Rhetorik! Würden alle 7.000 befragten
Unternehmen
> ihre aktuelle Lage nämlich schlechter als im Vorjahr einstufen, dann
hätten
> wir aufgrund der (relativ transparenten) Berechnung des ifo-Index einen
> Ausschlag nach unten im zweistelligen absoluten Zahlenbereich.
Denke da hast Du etwas falsch gelesen - keiner behauptet, dass alle 7000
befragten Unternehmen ihr aktuelle Lage schlechter einstufen.
> Rechnerisch haben von den 7.000 Unternehmen gerade mal diesen Monat
> höchstens 63 Unternehmen mehr ihre gegnwärtige und zukünftige Lage
> schlechter bewertet als andere Unternehmen sie besser bewerten - gegenüber
> dem Vormonat. Das würde ich noch lange nicht als Anzeichen des
> bevorstehenden Unterganges des Abendlandes werten.
Wie kommst Du darauf, dass es maximal 63 Unternehmen sein koennen?
Aber es ist ja auch nur ein Indikator - nichts anderes.
Wenn Du am Abend ein paar Woelkchen am Himmel siehst bedeutet das auch
nicht gleich Regen - aber Regen wird wahrscheinlicher, als wenn der Himmel
schoen blau ist.
> Also entweder haben ARD-Börsen-Redakeure selbst keine Aktien oder sie
> investieren derzeit nur in Put-Optionsscheinen.
>
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| Re: Wie schlecht man doch den ifo Index reden kann [message #213159 ] |
Mi, 30 März 2005 18:36 |
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"Matthias Renner" <nur-feb2005 [at] haasestrasse.de> wrote in message
news:421d75f1.169247204 [at] news.cs.tu-berlin.de...
> Und welcher Vermieter würde sich denn von heute auf morgen mit einem>
fünftel der Wohnungmiete zufriedengeben.
> Es gibt hier noch viele Leute, die nur von der Hand in den Mund leben.
> Wenn man ihnen noch das letzte Hemd abnimmt, wer soll dann das ganze
> Zeug kaufen, das wir herstellen? Der Pole wird dazu wohl auch nicht in
> der Lage sein, oder?
Deswegen stellt der Pole diese Dinge nun selber her, dann wird er sehr wohl
dazu in der Lage sein - im Gegensatz zu uns, die wir mit unseren hohen
Lohnforderungen und Sozialstandrad zurueckbleiben, aber dafuer keine Arbeit
mehr haben.
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| Re: Wie schlecht man doch den ifo Index reden kann [message #213163 ] |
Do, 31 März 2005 13:07 |
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Hallo,
Du hast geschrieben:
"Michael H." <Michael.Halbig [at] gmx.ch> wrote in message news:
> Warum? Der Ifo Index misst die Stimmung und nichts anderes. Was sollen das
> harte Zahlen?
>
> Die harten Zahlen hast Du doch erst hinterher - der Ifo Index soll ein
> vorlaufender Indikator sein.
Ein vorlaufender Indikator ist es eben nicht - obwohl es ifo (und
andere Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft) gern so hätte.
Schau mal hier:
http://www.movingmarkets.de/images/was_bewegt_den_dax_west.G IF
Jahrelang war das Auseinanderlaufen von Erwartungen und der
tatsächlichen Lage ein klarer Kontraindikator und Verkaufsignal. Schon
der Anstieg der Indikatoren war Bestandteil der Spekulationsblasen an
den Märkten.
Das ist mit der neuen Zahlenerhebung (Deutschland gesamt) leider nicht
mehr so deutlich erkennbar. Aber ich setze hinter die offiziellen
Interpretationen des ifo Indikators viele Fragezeichen.
In den vergangenen Jahren war es hilfreich, kritisch mit den Daten
umzugehen.
Deshalb traue ich den aktuellen Veröffentlichungen nicht. Sie zeigen
zwar eine große Portion Realismus - aber tiefe Depression, wie es der
Lage eigentlich angemessener wäre eigentlich noch nicht. Vielleicht
wird immer noch zu optimistisch durch die rosa Brille geschaut?
Gert Schmidt
http://www.movingmarkets.de
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| Re: Wie schlecht man doch den ifo Index reden kann [message #213165 ] |
Do, 31 März 2005 14:55 |
|
"Gert Schmidt" <gs [at] movingmarkets.de> wrote in message
news:a1c29dba.0503310307.270ea4bc [at] posting.google.com...
> Hallo,
>
> Du hast geschrieben:
>
> "Michael H." <Michael.Halbig [at] gmx.ch> wrote in message news:
> > Warum? Der Ifo Index misst die Stimmung und nichts anderes. Was sollen
das
> > harte Zahlen?
> >
> > Die harten Zahlen hast Du doch erst hinterher - der Ifo Index soll ein
> > vorlaufender Indikator sein.
>
> Ein vorlaufender Indikator ist es eben nicht - obwohl es ifo (und
> andere Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft) gern so hätte.
Klar ist er ein vorlaufender Indikator - man versucht in die Zukunft zu
extrapolieren und nicht die Vergangenheit zu messen.
> Schau mal hier:
>
> http://www.movingmarkets.de/images/was_bewegt_den_dax_west.G IF
>
> Jahrelang war das Auseinanderlaufen von Erwartungen und der
> tatsächlichen Lage ein klarer Kontraindikator und Verkaufsignal. Schon
> der Anstieg der Indikatoren war Bestandteil der Spekulationsblasen an
> den Märkten.
Wie immer Du einen Indiaktor interpretierst bleibt ja jedem selbst
ueberlassen. Der eine nimmt die gute Stimmung als positiven Indiaktor - der
andere nimmts als Kontraindiaktor.
Der IFO misst nichts anderes als die Stimmung - die Interpretation (zusammen
mit anderen Indiaktoren) muss jeder selber machen.
> Das ist mit der neuen Zahlenerhebung (Deutschland gesamt) leider nicht
> mehr so deutlich erkennbar. Aber ich setze hinter die offiziellen
> Interpretationen des ifo Indikators viele Fragezeichen.
Was sind denn die offiziellen Interpretationen?
> In den vergangenen Jahren war es hilfreich, kritisch mit den Daten
> umzugehen.
>
> Deshalb traue ich den aktuellen Veröffentlichungen nicht. Sie zeigen
> zwar eine große Portion Realismus - aber tiefe Depression, wie es der
> Lage eigentlich angemessener wäre eigentlich noch nicht. Vielleicht
> wird immer noch zu optimistisch durch die rosa Brille geschaut?
>
> Gert Schmidt
> http://www.movingmarkets.de
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| Re: Wie schlecht man doch den ifo Index reden kann [message #214633 ] |
Sa, 02 April 2005 13:01 |
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"Michael H." <Michael.Halbig [at] gmx.ch> wrote in message news:
> Klar ist er ein vorlaufender Indikator - man versucht in die Zukunft zu
> extrapolieren und nicht die Vergangenheit zu messen.
Ein vorlaufender Indikator ist eine Datenreihe, die einem Ereignis
VORAUS läuft so jedenfall wünsche ich mir einen Frühindikator.
Eine solche Rolle spielte der Indikator von 2000 bis 2003 gar nicht.
Danach aber schon: von 2003 bis Anfang 2004 - danach wieder nicht
mehr, jedenfalls nicht für die Entwicklung der deutschen Aktien.
Ich mache ihm das nicht zum Vorwurf. Kein Indikator kann der Börse
immer fein voraus laufen. Also ist er im Rahmen eines Gesamtszenarios
interpretationsbedürftig - und hier setzt meine Skepsis ein: Denn man
muß auch beim ifo Institut auf mögliche Interessen achten. ifo macht
eine hervorragende Öffentlichkeitsarbeit und wird von den Medien und
Entscheidungsträgern in Wirtschaft und Gesellschaft beachtet. Also:
FÜR wen sind die Statements gedacht? WOZU wird Stimmung gemacht bei
den Stimmungsindikatoren? WAS soll damit bewirkt werden?
> Der IFO misst nichts anderes als die Stimmung - die Interpretation (zusammen
> mit anderen Indiaktoren) muss jeder selber machen.
Genau. Aber es gibt offizielle Statements, die u.a. auf ifo verweisen.
Und hier gab es in der Vergangenheit Mehrheitsmeinungen, wie das
Geschäftsklima zu interpretieren sei.
> Was sind denn die offiziellen Interpretationen?
Im Oktober 2001 hatte ich ein Schlüsselerlebnis mit den Daten und
solchen Interpretationen. Die Märkte hatten sich vom Septembercrash
erholt, der DAX spielte mit der 5000er Marke und der ifo Index war auf
den tiefsten Stand seit 2000 gefallen.
Meinen Lesern habe ich damals geschrieben (der Text ist zwar recht
lang, aber er verdeutlicht, weshalb ich dem Indikator nicht über den
Weg traue - weder seine Entwicklung, noch die öffentlichen Statements
dazu gradlinig wörtlich nehme und versuche "zwischen den Zeilen" zu
lesen.
Mein Bericht vom 24.10.2001:
Viele Köche verderben den Brei: Zur Interpretation des
ifo-Geschäftsklimaindex
Das Münchener ifo Institut für Wirtschaftsforschung kann stolz auf
seine Arbeit sein. In den vergangenen Wochen gab es etliche
Statements, in denen Führungskräfte aus verschiedenen Wirtschafts- und
Gesellschaftsbereichen (Forscher, Analysten, Notenbanksprecher,
Volkswirte, Fondsmanager, Politiker) auf die Umfragen der Münchener
Fachleute hingewiesen haben. Das ifo Institut leistet zweifellos eine
wertvolle Arbeit, weshalb wir die Stimmungsindikatoren in unserer
Berichterstattung verwenden.
Übereinstimmend wird zur Zeit in der Öffentlichkeit folgende Meinung
vertreten:
* Der gefallene ifo-Index liefert ein miserables Stimmungsbild der
Wirtschaft.
* Deutschland steht am Rande einer Rezession.
Zur Betonung sein nochmal wiederholt: Die Fachleute sind sich einig,
daß der ifo-Index zur Zeit eine negative Stimmung widerspiegelt.
Ihnen wird aufgefallen sein, daß die MOVING MARKETS-Redaktion eine
andere Meinung vertritt:
Das Zusammenspiel der ifo-Indikatoren liefert angesichts der
schwierigen Lage der Wirtschaft ein vergleichsweise positives Bild.
Denn solange der Indikator für die Zukunftserwartungen über dem
Indikator der aktuellen Lage notiert, überliefern die ifo-Indikatoren
ein gutes Stück Hoffnung der Unternehmenslenker.
Wir lesen keinen Pessimismus daraus, sondern vielleicht sogar
"Blauäugigkeit".
Diese Sicht weicht erheblich von der Mehrheitsmeinung ab und führt zu
vollständig anderen Rückschlüssen. Während bei vorherrschendem
Pessimismus die Lage nur noch besser werden könnte (was die Börse zur
Zeit unterstellt), führen übertriebene Hoffnungswerte zu Leichtsinn
bei unternehmerischen Entscheidungen.
Daß Leichtsinn regelmäßig bestraft wird, erlebten wir in den
vergangenen Monaten. Überkapazitäten ließen Unternehmensgewinne
schmelzen, was die Aktienkurse einbrechen ließ. Sollte die deutsche
Wirtschaft immer noch nicht auf dem Boden der Tatsachen angekommen
sein, drohen weitere Verluste.
Weil die ifo-Indikatoren in der Öffentlichkeit so stark beachtet
werden, haben wir wahrscheinlich ein Problem. Denn es wagt niemand
(selbst die ifo-Forscher nicht), die Indikatoren anders zu
interpretieren, als es im Nachrichtenstrom dargestellt wird. Ein
Beispiel liefert der Bundesbankpräsident Welteke, der auf die
"schlechte Stimmung" verwies.
Als Börsianer müßten wir es eigentlich besser wissen: Sobald alle Welt
einer Meinung ist, lohnt es sich, eine gegenteilige Position
einzunehmen. Erinnern wir uns an die Crash-Warnung eines Analysten im
August: Der gute Mann wurde nach seinem Statement "zerpflückt", seine
Thesen als abenteuerlich dargestellt.
Die ifo-Daten werden dafür genutzt, kurzfristigen Druck auszuüben:
Zinssenkungen, Steuersenkungen, Beschäftigungsprogramme, Subventionen.
Das mag angesichts der schlechten Lage beliebt sein. Aber für
grundlegende Reformen, die zu einer nachhaltigen Verbesserung führen
würden, fehlt dann der Handlungsspielraum und schließlich das Geld.
Es besteht die Gefahr, daß kurzfristiger Aktionismus zu neuen
Hoffnungswerten und zu noch mehr Leichtsinnigkeit führt. Es könnte ein
Strohfeuer entfacht werden, das am Ende zu einer noch größeren Krise
führt. Wer sich zurücklehnt und nach dem Staat ruft, übersieht eigene
Schwächen.
Es sind die Aktionen der staatlichen Institutionen, auf die die
Börsianer zur Zeit setzen. Das könnte sich als Fehler herausstellen,
denn die eigentlichen Ursachen der Probleme werden dabei unterschätzt.
Hast Du jetzt eine Vorstellung davon, worauf ich hinaus will? Es
fehlen bei solchen in der Medienlandschaft herumgereichten
Frühindikatoren und Interpretationen die kritischen Stimmen. Habe
dabei den Eindruck, daß es ein Sprachrohr gibt und alle Anderen das
gleiche Lied mitsingen...
Wo bleibt die Meinungsvielfalt und kritische Auseinandersetzung? Sie
existierte 2001 kaum - und seitdem, hm, vielleicht hat sich schon
etwas verbessert. Ich weiß es nicht so genau ...
Gert Schmidt
http://www.movingmarkets.de
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| Re: Wie schlecht man doch den ifo Index reden kann [message #215267 ] |
Mo, 04 April 2005 19:45 |
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Post removed (X-No-Archive: yes)
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| Re: Wie schlecht man doch den ifo Index reden kann [message #383962 ] |
Do, 04 Mai 2006 15:29 |
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Lest bitte diesen Artikel: "'Vorsicht, die Stimmung ist euphorisch '
(http://tinyurl.com/s5n2g) " (Claus Vogt), ef-magazin
Das 1949 gegründete ifo-Institut für Wirtschaftsforschung
der Universität München hat die Rechtsform eines eingetragenen
Vereins und ist als gemeinnützig anerkannt. Es gehört
zu den führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstituten
und betrachtet sich als „unabhängiger und kompetenter
Produzent von Daten und Informationen zur wirtschaftlichen
Lage und Entwicklung“. Einmal im Monat
macht das Institut Schlagzeilen mit der Veröffentlichung
seines Geschäftsklima-Index. Dieser basiert „auf etwa 7.000
monatlichen Meldungen von Unternehmen des verarbeitenden
Gewerbes, Bauhauptgewerbes, des Großhandels und
des Einzelhandels. Die Unternehmen werden gebeten, ihre
gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen
für die nächsten sechs Monate mitzuteilen.“ Aus diesen
Rohdaten wird dann der bekannte Geschäftsklima-Index
statistisch berechnet. Er liefert eine hervorragende Lagebeschreibung
der Wirtschaft und einen ebenso guten Eindruck
von der Stimmungslage der Manager. Dazu ist er
auch ein wichtiger Sentimentindikator für die deutsche Börse.
Lassen Sie sich von der in diesem Index abgebildeten Euphorie
allerdings nicht in die Irre führen: Sentimentindikatoren
sind Kontraindikatoren.
WENN SIE IM BLITZLICHTGEWITTER DER MEDIEN STEHEN, DANN
TUN DIE FüHRUNGSKRäFTE DER WIRTSCHAFT – UND MEHR NOCH DIE
DER POLITIK – GERNE SO, ALS WüSSTEN UND KöNNTEN SIE MEHR ALS
SIE UND ICH. STETS SIND SIE BEMüHT, DEN EINDRUCK ZU ERWEK-
KEN, SIE WüRDEN IHRE UNTERNEHMEN – UND IM FALLE DER POLITIKER
GAR GANZE VOLKSWIRTSCHAFTEN – MIT GROßEM WEITBLICK
DURCH ALLE WIDRIGKEITEN STEUERN UND DIE EREIGNISSE KONTROLLIEREN.
[/B]DAVON KANN NATüRLICH üBERHAUPT NICHT DIE REDE SEIN.
SICHERLICH SIND IHNEN EINIGE DER ZAHLREICHEN KRASSEN
FEHLEINSCHäTZUNGEN
UND FEHLINVESTITIONEN DIESER ERLAUCHTEN KREISE
PRäSENT: BEISPIELE WIE TELEKOM, DAIMLERCHRYSLER, INFINEON
ODER HYPOVEREINSBANK BILDEN DABEI ABER NUR DIE GUT SICHTBARE
SPITZE EINES GEWALTIGEN EISBERGS, DESSEN WAHRE AUSMAßE
VON DER GäNGIGEN BERICHTERSTATTUNG GERN VERSCHLEIERT
WERDEN. *LASSEN SIE SICH NICHT BLENDEN: DIE MEISTEN DER SOGENANNTEN
FüHRUNGSKRäFTE, DIE BEKANNTLICH ANGESTELLTE SIND
UND KEINE UNTERNEHMER, SIND SEHR VIEL MEHR WELLENREITER –
DIE ZUFäLLIG ZUR RECHTEN ZEIT AM RECHTEN ORT SIND – ALS
VORAUSSCHAUENDE
TRENDSETTER. SOLANGE DIE GERADE GERITTENE WELLE
ANHäLT, FäLLT ES NATüRLICH LEICHT, IHREN FORTGANG ZU PROGNOSTIZIEREN
UND MAßNAHMEN ZU ERGREIFEN, UM WEITERHIN VON IHR
ZU PROFITIEREN. ANSPRUCHSVOLL UND KOMPLIZIERT WIRD ES ERST,
WENN DIE WELLE BRICHT UND EIN NEUER TREND ENTSTEHT.* IN DIESEN
PHASEN HäUFEN SICH DIE SCHIEFLAGEN UND UNFäLLE. MUSS
DAS SO SEIN?
VERMUTLICH JA, SOLANGE MENSCHEN EBEN MENSCHEN SIND.
WIR ALLE NEIGEN DAZU, DAS LIEB GEWONNENE GEWOHNTE ALS
BESTäNDIGE NORMALITäT ZU BETRACHTEN UND IN DIE ZUKUNFT
FORTZUSCHREIBEN. JE LäNGER EIN TREND ANHäLT, DESTO GERINGER
SCHEINT UNS MENSCHEN DIE WAHRSCHEINLICHKEIT EINER DRASTISCHEN
TRENDWENDE ZU SEIN. *LANG ANHALTENDE TRENDS MACHEN
UNS SORGLOS UND NACHLäSSIG. STATT SORGFäLTIG AUF ANZEICHEN
STETS MöGLICHER VERäNDERUNGEN ZU ACHTEN UND UNBEQUEME
FRAGEN ZU STELLEN, WIRD NUR ALLZU GERN DER ZUNäCHST
VIEL EINFACHERE WEG EINGESPIELTER ROUTINE BESCHRITTEN.
Betrachten Sie sich die oben gezeigte Grafik des ifo-
Geschäftsklima-Index aus dem Blickwinkel des gerade
Gesagten. Sie sehen eine zyklisch stark schwankende Linie:
AUF PHASEN HOHER ZUVERSICHT FOLGEN PHASEN DER ERNüCHTERUNG
UND UMGEKEHRT. VON EINEM WEITBLICK DER MANAGER
LäSST DIESE GRAFIK ALSO NICHTS ERKENNEN. VIELMEHR SCHEINEN
SIE SICH DEN öKONOMISCHEN REALITäTEN STETS EIN BISSCHEN ANZUPASSEN.
Die wirtschaftliche Lage wird langsam besser –
und siehe da, die Manager erwarten eine weitere Verbesse-
rung. Diese Phase hält gewöhnlich viele Monate an. Dann
kommt der Umschwung, die wirtschaftliche Lage beginnt
sich abzukühlen, und siehe da, auch die Manager werden
zunehmend gedämpfter in ihren Erwartungen.
EIN VERGLEICH DES IFO-GESCHäFTSKLIMA-INDEX MIT DEM
KURSVERLAUF DES DAX ZEIGT EIN INTERESSANTES MUSTER. WANN
IMMER DER OPTIMISMUS DER MANAGER KEINE GRENZEN MEHR
ZU KENNEN SCHIEN UND DIE MARKE VON 100 ZäHLERN ODER
MEHR ERREICHTE, FOLGTE AN DER BöRSE EINE SAURE-GURKEN-ZEIT.
So folgte auf die Wiedervereinigungseuphorie ab Mitte 1990
eine ausgeprägte Baisse der deutschen Börse, die rund zwei
Jahre anhielt. Erst 1994 erreichte die Zuversicht der Manager
wieder luftige Höhen, während der DAX zwei Jahre
lang nur auf der Stelle trat. In den Jahren 1997 und 1998
hielt der große Optimismus der Manager viele Monate lang
an. An der Börse erlebten wir zunächst die Asienkrise des
Jahres 1997 und ein Jahr später die massiven Kursverluste
im Zusammenhang mit der Zahlungsunfähigkeit Russlands.
Der nächste Optimismusschub umfing die Manager im Jahr
2000, gerade rechtzeitig, um die verheerenden Kursverluste
der Jahre 2000 bis 2003 zu signalisieren. [B]Es lohnte sich für
Sie als Anleger also, in all diesen Fällen auf die Euphorie
der Führungskräfte mit großer Skepsis zu reagieren und
Aktien zu verkaufen.*
*Seit Anfang 2006 befindet sich der ifo-Geschäftsklima-
Index erneut in der Euphorie widerspiegelnden Gefahrenzone.
Bemerkenswerterweise übersteigt der aktuelle Optimismus
sogar die Werte des Jahres 2000 und nähert sich
denen der Wiedervereinigungseuphorie. Nach dem hier
Gesagten lässt diese weit verbreitete Zuversicht nur einen
Schluss zu: Sie sollten die Kurssteigerungen der vergangenen
drei Jahre besser nicht unbesehen in die Zukunft fortschreiben,
sondern sich und Ihr Depot auf eine unter Umständen
bedeutende Trendwende vorbereiten.* Die Börse
ist bekanntlich keine Einbahnstraße.
--
Freedom
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