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Finances / Finanzen » de.etc.finanz.misc » Demutualisierung
| Demutualisierung [message #214586] |
Sa, 02 April 2005 14:13 |
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Hallo zusammen,
ich habe eine LV bei Standard Life, einem englischen Versicherungverein auf
Gegenseitigkeit. Diese Rechtsform gilt vielleicht nur noch bis 2006, denn
bis dahin plant dieser Verein die Demutualisierung, die Umwandlung in eine
Aktiengesellschaft. Das ist deshalb sehr verwunderlich, da im Jahre 2000
eine Kampagne GEGEN eine Demutualisierung durchgeführt wurde. Dieser Schritt
wird jetzt wie folgt begründet:
"Seit dem Jahr 2000 [...] hat sich das Marktumfeld erheblich verändert. So
sind insbersondere die Kapitalanforderungen an den Konzern gestiegen. Wir
sind ein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, jedoch können wir Ihnen
nur noch wenige der besondern Vorteile dieser Rechtsform anbieten, die wir
Ihnen früher angeboten haben. Diesbezüglich besteht auch nur eine gerine
Wahrscheinlichkeit, dass sich dies wieder ändert. [...] Die Demutualisierung
erlaubt uns auch, diesen Wert gerecht zu verteilen. Durch den Börsengang
können teilnahmeberechtigte Mitglieder ihre Interessen
alsVersicherungsnehmer von ihren Interessen als Aktienäre trennen.Dadurch
werden Ihnen mehr Wahlmöglichkeiten im Hinblick darauf eingeräumt, wie sie
ihre Beziehung zu der Gesellschaft gestalten wollen. Mit dem vorgeschlagenen
Börsengang wird der Gesellschaft auch zusätzliches Kapital zur Verfügung
stehen, um das zukünftige Wachstum des Konzern zu finanzieren."
Für mich ist nicht klar, ob dies wirklich so stimmt. Ein Börsengang bringt
Geld, ok. Aber warum braucht ein Kozern so viel Geld, wenn er bis jetzt auch
ohne ausgekommen ist? Ausserdem sollte eine Versicherungsfirma doch immer
liquide sein, da sie den Überschussanteil einer Versicherung variabel
gestalten kann, und sich so Liquidität "beschaffen" kann. Oder ist das
falsch gedacht?
Möglicherweise ist dies eine Erklärung, denn sie schreiben in ihrem
Rückblick auf das letzte Geschäftsjahr etwas von nur bescheidenen
Verbesserungen, von Kostensenkungen um Profitabilität zu verbessern,
Geschäftsbereich Healthcare hat 2004 Verlust erlitten, sie haben Schritte
unternommen, die sicherstellen, dass unsere Bilanz weiterhin stabil bleibt
(Schuldverschreibungen platziert, Anm. d A.)
Konträr zu der Expansionastrategie steht dies: Im letzten Jahr haben wir die
Entscheidung getroffen, im Geschäftsbereich "UK Life&Pensions" weniger
Neugeschäft abzuschließen.
Meine Fragen:
Ist das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen für den Konzern?
Ergeben sich für mich als Mitglied Konsequenzen?
Gruß und herzlichen Dank,
Manuel
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| Re: Demutualisierung [message #214592 ] |
Sa, 02 April 2005 20:43 |
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Manuel Heintz wrote:
> ich habe eine LV bei Standard Life, einem englischen Versicherungverein auf
> Gegenseitigkeit. Diese Rechtsform gilt vielleicht nur noch bis 2006, denn
> bis dahin plant dieser Verein die Demutualisierung, die Umwandlung in eine
> Aktiengesellschaft.
....
> Meine Fragen:
> Ist das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen für den Konzern?
Keine Ahnung, für Aktionäre ist defb die passende Gruppe.
Der Kunde dagegen sollte sich bewusst sein, dass die Geschäftsleitung
ab dann nicht mehr sein Interesse, sondern _nur noch_ das der Aktionäre
vertritt.
Kundenzufriedenheit ist also nur noch Mittel zum Zweck. Das wirkt sich
aber nicht zwangsläufig negativ aus. Ideologisch muss man einen VVaG
vorziehen.
> Ergeben sich für mich als Mitglied Konsequenzen?
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| Re: Demutualisierung [message #214620 ] |
Mo, 04 April 2005 08:44 |
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Post removed (X-No-Archive: yes)
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| Re: Demutualisierung [message #215457 ] |
Mi, 06 April 2005 19:10 |
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Gisbert Sachs wrote:
>> Der Kunde dagegen sollte sich bewusst sein, dass die Geschäftsleitung
>> ab dann nicht mehr sein Interesse, sondern _nur noch_ das der Aktionäre
>> vertritt.
>
> Herzerfrischend, diese Naivität.
Dann lass mal sehen, was Du zu bieten hast.
> Von der Rechtsform an sich einmal abgesehen ergeben sich Auswirkungen
> auf die Wertorientierung: Die AG ist der Renditeerwartung auf das
> eingesetzte Kapital ausgesetzt, daran muss sie sich messen lassen.
>
> Aber auch der VVaG oder öffentlich rechtliche Versicherer hat den
> Unternehmenswert als steuerungsrelevante Zielgröße, dieser bestimmt den
> Preis für Sicherheitskapital (statt Dividenden eben
> Prämienrückerstattung). Bedeutsamer ist der Wettbewerbsdruck auf dem
> Versicherungsmarkt - der erzwingt gleiche Spielregeln.
>
>> Ideologisch muss man einen VVaG vorziehen.
>
> Gähn. Es gab und gibt keine Versichertengemeinschaft, es gibt lediglich
> das Kollektiv als Bestand zwecks Risikoausgleich in der Masse.
> Sozialromantik ist völlig fehl am Platze.
>
>>>Ergeben sich für mich als Mitglied Konsequenzen?
>
> Demutalisierung hat einen Vorteil: Der Vorstand bekommt mehr Druck zu
> performen - als VVaG konnte er es sich leisten, ein wenig ineffizienter
> zu sein. Für Mitarbeiter und unproduktive Geschäftsbereiche wird das
> natürlich ungemütlicher.
Ich bin nicht beeindruckt.
Wenn der einzige Unterschied also der ist, dass der Vorstand seinen
Druck (auf kurzsichtige Aktienperformance) an die Mitarbeiter
weitergibt, ziehe ich als Kunde aus ideologischen Gründen den VVaG vor.
> Gruss,
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| Re: Demutualisierung [message #215480 ] |
Do, 07 April 2005 08:57 |
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Post removed (X-No-Archive: yes)
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| Re: Demutualisierung [message #215991 ] |
Do, 07 April 2005 20:24 |
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Gisbert Sachs wrote:
>>> Herzerfrischend, diese Naivität.
>>
>> Dann lass mal sehen, was Du zu bieten hast.
>
> Nüscht. Ich kann dir nur sagen, wie es ist.
Dann mach doch mal, bisher kam ja noch nichts.
> Der Druck ist ohnehin da, er äußert sich in Tarifen und Bedingungen und
> Marktnachfrage. Allein die Transparenz ist es, die sich ändert.
> Der VVaG hat eine größere Tendenz zur Ineffektivität - gerade die gilt
> es aber anzustreben, das dient allen.
> Gegen Ideologie kommt man mit solchen Überlegungen natürlich nicht an.
So naiv bin ich dann auch wieder nicht:
das waren keine Überlegungen, sondern nur nebulöses "die Transparenz
ändert sich" (warum ist eine AG intransparenter ?), "Tendenz zur
Ineffektivität" (Begründung? Belege? ineffektiv für wen?),
"das dient allen" (was genau dient tatsächlich ALLEN?).
> Ob Ideologie die richtige Entscheidungsgrundlage ist, sei im Anbetracht
> unser derzeitigen wirtschaftlichen Situation mal dahingestellt.
Inwiefern beeinflusst meine ideologisch motivierte Kundenentscheidung
zugunsten eines VVaG die "derzeitige wirtschaftliche Situation"?
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| Re: Demutualisierung [message #216460 ] |
Mo, 11 April 2005 09:25 |
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Post removed (X-No-Archive: yes)
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| Re: Demutualisierung [message #380414 ] |
Mo, 24 April 2006 22:55 |
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Ich habe soeben mit einem klaren Nein gegen die Pläne der Standard Life
Geschäftsführung gestimmt.
Die Gewinne aus den Anlagen mit meinen Versicherungsbeiträgen möchte
ich schon selber haben und nicht an einen Aktionär abgeben, der die
Überschussleistungen wahrscheinlich verkleinern wird.
--
speiche8
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| Re: Demutualisierung [message #380415 ] |
Di, 25 April 2006 00:02 |
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Ich werde wahrscheinlich auch mit Nein stimmen.
Anscheinend haben sich die anno 2000 angeprangerten "carpet bagger"
durchgesetzt und betreiben die Demutualisierung mit aggressiven
Werbemethoden.
Die Informationen sind tatsächlich recht einseitig gestrickt und weit
von einer objektiven Entscheidungshilfe entfernt.
Standard Life versucht imo absichtlich die Mitglieder durch Verlockung
auf der einen Seite (Gratisaktien) und Verunsicherung auf der anderen
Seite (VVaG in Zukunft nicht mehr funktionstüchtig) zur
Demutualisierung zu treiben.
Andernorts werden aber auch durchaus kritische Stimmen laut.
Anscheinend gab es in der Vergangenheit auf dem britischen Markt einige
negative Beispiele von VVaGs die nach der Demutualisierung übernommen
wurden oder gar pleite gingen.
Fakt ist dass die in Aussicht gestellten Ausgleichszahlungen ein
kümmerlicher Ausgleich für die vor Jahren propagierten Vorteile einer
VVaG sind. Mit Vorteilen meine ich nicht nur den finanziellen Vorteil
der höheren Auszahlung sondern auch das geringere Risiko z.B. aufgrund
der konservativen Anlagestrategie und der Gewinnvervendung die sich aus
der Satzung des VVaG ergibt.
Für mich rutscht durch eine evtl. Demutualisierung ein Teil meiner
Altersvorsorge in ein nicht gewolltes und damals absichtlich
vermiedenes Risiko ab. Ich werde quasi gezwungen meinen konservativen
Ansatz bei diesem Teil der Altersvorsorge aufzugeben. Das kann ins Auge
gehen.
Ich habe natürlich auch Aktien und Fonds in meinem
Altersvorsorgeportfolio. Das geschah aber absichtlich.
Was mit einer Standard Life AG nach einem Börsengang passiert und wer
von der Demutualisierung wirklich und direkt profitiert ist mir auch
nicht ganz klar.
Die ehemaligen Mitglieder jedenfalls werden mit einem vergleichsweise
geringen Betrag abgespeist.
Ich habe diesbezüglich eine Anfrage an Standard Life geschickt mit der
Bitte um Offenlegung eventueller Provisionen (Aktienoptionen etc.) für
die Verantwortlichen im Falle einer erfolgereichen Demutualisierung.
Leider habe ich kein fundiertes Fachwissen zu diesem Thema. Was meinen
die Fachleute zu diesem Thema? Ich lass mich gerne eines Besseren
belehren.
--
lämpi
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| Re: Demutualisierung [message #380423 ] |
Di, 25 April 2006 18:00 |
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Post removed (X-No-Archive: yes)
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| Re: Demutualisierung [message #380424 ] |
Di, 25 April 2006 20:22 |
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Hallo zusammen,
ich bin leider erst seit November 2004 Mitglied bei Standardlife und
darf deshalb leider nicht gegen diesen Beschluss mitabstimmen.
Meiner Meinung nach soll die Demutualisierung nur zur einer
Bereicherung weniger führen.
Durch die Umwandlung in eine Aktiengeselleschaft (AG) wird die Rendite
der bestehenen Verträge auf jeden Fall gemindert.
Zur Zeit ist jedes Mitglied nämlich Eigentümer der Standardlife und
somit direkt an dem Gewinn beteiligt. Die Gewinnbeteiligung erhält man
derzeit in Form der Überschussbeteiligung bzw. des Schlussbonus.
Durch die Rechtsänderung in eine AG werden die Aktionäre Eigentümer von
Standardlife und werden an dem Gewinn durch einer Dividende pro Aktie
beteiligt. Den Aktionären ist es folglich daran gelegen, dass
Standardlife möglichst wenig Kosten und somit einen möglichst großen
Gewinnn erwirtschaftet, damit die Dividende dementsprechend ausfällt.
Folglich entsteht ein Interssenskonflikt zwischen den Kunden von
STandardlfe und den Eigentümern. Jeder möchte nämlich den größten Teil
vom Gewinn abzweigen.
Da der Eigentümer in der besseren Stellung steht, kann sich wohl jeder
ausrechnen zu welchen gunsten bzw. ungunsten der zukünftige Gewinn
verteilt wird.
Folglich wird die Rendite der einzelnen Verträge zu lasten der
Dividende zurückgehen, damit die Aktionäre auf der Hauptversammlung ja
keine dummen und komischen Fragen stellen.
Da die Entschädigung die hier einige enthalten(ich erhalte ja auf
keinen Fall eine) meiner Meinung nach viel zu gering ist kann ich von
einer Zustimmung zur Umwandlung nur abraten.
Zwar kann man sich sagen, dass man ja wenn man seine Aktien hält mit
der Dividende Gewinn erwirtschaftet. Diese ist für den privaten
Kleinanleger und so schätze ich den graoßteil der Versicherungsnehmer
ein jedoch ein Verlustgeschäft. Mit einer höheren Rendite auf den
Versicherungsvertrag ist man am Ende besser gestellt als mit der
Auszahlung der jeweiligen Dividenden.
Zum Schluss möchte ich jeden bitten, der auf jeden Fall gegen die
Demutualisierung ist und auch so abstimmen wird, einen
"eingeschriebenen!" Brief an Standardlife zu senden, indem man gemäß §
293 S. 2 UmwG gegen den Formwechsel in eine AG Widerspruch erhebt.
Gemäß § 293 S. 2 UmwG benötigt die Mitgliederversammlung nämlich 90 %
der Ja-Stimmen um eine Demutualisierung durchführen zu können, wenn
genügend Mitglieder Widerspruch gegen den Formwechsel einlegen.
Ich hoffe abschließend, dass Standardlife nicht Demutualisierung und
das wir alle weiterhin eine gute Rendite jährlich zugewiesen bekommen.
Mit freundlichen Grüßen
Rognor
--
rognor
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| Re: Demutualisierung [message #380430 ] |
Di, 25 April 2006 22:40 |
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Hi Rognor,
das mit dem § 293 S. 2 UmwG klingt wie ein Hoffnungsschimmer.
unter http://tinyurl.com/kk38v ist der komplette Gesetzestext
hinterlegt.
Das mit der Rendite sehe ich auch so. Zwar kommt mit einem Börsengang
vermutlich eine Menge Geld auf Standard Life zu, aber das wird mit
Sicherheit nicht ins Lebensversicherungsgeschäft gepumpt, ergo haben
wir Mitglieder erstmal keinen direkten Nutzen von einem Börsengang.
Ausser man hält die Ausgleichszahlung für einen adäquaten Ausgleich für
das höhere Risiko dem die Lebensversicherung jetzt ausgesetzt ist sowie
die u.U. niedrigere Rendite.
Von einer Umwandlung verspreche ich mir keine Vorteile. Im Gegenteil.
Daher werde ich sowohl mit Nein stimmen als auch den Einspruch nach §
293 S. 2 UmwG einlegen.
Gruß
lämpi
--
lämpi
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| Re: Demutualisierung [message #380444 ] |
Fr, 28 April 2006 00:29 |
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Hallo Rognor,
Standard Life schreibt auf meine Anfrage:
"Findet § 293 S. 2 UmwG auf diesen Fall der Umwandlung Anwendung?"
Antwort:
"Standard Life unterliegt dem britischen Recht. Das deutsche
Umwandlungsgesetz findet bei der Demutualisierung keine Anwendung."
Ich bin verwirrt.Kann jemand für Aufklärung sorgen?
Wenn SL Recht hat, wie sieht es denn mit dem britischen
Umwandlungsgesetz aus?
Gruß
lämpi
--
lämpi
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| Re: Demutualisierung [message #380446 ] |
Fr, 28 April 2006 09:32 |
|
lämpi Wrote:
> Hallo Rognor,
>
> Standard Life schreibt auf meine Anfrage:
> "Findet § 293 S. 2 UmwG auf diesen Fall der Umwandlung Anwendung?"
>
> Antwort:
> "Standard Life unterliegt dem britischen Recht. Das deutsche
> Umwandlungsgesetz findet bei der Demutualisierung keine Anwendung."
>
> Ich bin verwirrt.Kann jemand für Aufklärung sorgen?
> Wenn SL Recht hat, wie sieht es denn mit dem britischen
> Umwandlungsgesetz aus?
>
> Gruß
>
> lämpi
Hallo Lämpi,
ich werde gleich wieder an die Uni fahren. Werde dann in der Bib mal
nachschlagen und gegebenfalls meinen Prof. für Versicherungsrecht
fragen.
Wundert mich jetzt aber diese Aussage, zumal doch immer gesagt wird,
auf SL wäre das Deutsche Recht anwendbar. Werde mich darum kümmern und
danach hier etwas reinschreiben.
Habe aber gerade noch etwas interessantes in dem schönen Bericht zur
Umwandlung auf S. 40 gelesen.
Danach können alle Überschussbeteiligten Verträge ab dem Jahr 2020
unter bestimmten Voraussetzungen in Verträge ohne Überschussbeteiligung
umgewandelt werden.
WEiß ja nicht, wie lange eure Verträge noch laufen. Meiner wäre davon
jedoch betroffen. Wieder ein Grund um gegen die DEmutalisierung zu
stimmen.
Grüße Rognor
--
rognor
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| Re: Demutualisierung [message #380451 ] |
Fr, 28 April 2006 17:57 |
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Hi rognor,
ich habe gerade unsere BWL-Spezialistin in der Schule befragt. Sie
meint auch dass für SL britisches Recht gilt.
Wenn dem so wäre, würde mich der entsprechende Paragraph im britischen
Umwandlungsgesetz (wenn es denn sowas gibt) interessieren.
Die zur Zustimmung notwendigen 75% müssen ja auch aus irgendeinem
Gesetz stammen.
Und der Vollständigkeit halber noch die letzte Anfrage die ich an SL
geschickt habe:
....
1. Profitieren die Vorstände von Standard Life direkt von einer
Demutualisierung (Aktienoptionen, Provisionen etc.), wenn ja: In
welcher
Grössenordnung?
Die Vorstandsmitglieder, die anspruchsberechtigte Mitglieder sind,
erhalten
eine Ausgleichsleistung, die auf dieselbe Weise wie für alle anderen
anspruchsberechtigten Mitglieder errechnet wird. Darüber hinaus
können die Vorstandsmitglieder sich für zusätzliche Aktien unter dem
Vorzugsangebot und dem Retail Angebot bewerben. Die
Vorstandsmitglieder
haben jedoch auf ihr Recht verzichtet, als Angestellte der
Gruppe, wie im Vorhaben vorgesehen, Aktien zu erhalten.
Kein Vorstandsmitglied wird infolge des Vorhabens weitere Leistungen
erhalten.
2. Hat eine negative Abstimmung meinerseits zur Demutualisierung
Einfluss
auf die Anspruchsberechtigung auf die Ausgleichszahlung?
Nein.
....
gruß
lämpi
--
lämpi
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| Re: Demutualisierung [message #380492 ] |
Mo, 01 Mai 2006 22:36 |
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Hallo,
Ich habe mir die Sache nochmal kritisch angeschaut.
Das Dilemma ist ,das SL schon lange nicht mehr nur ein VVaG ist was
viele vielleicht denken oder besser gesagt sich wünschen.
Vielmehr ist SL mittlerweile ein großer Versicherungkonzern der sich
von der Gesellschaftsform VVaG trennen will weil er sie für überholt
hält.
Das heist aber auch dass SL nicht mehr hinter dem Prinzip der VVaG
steht. Das schafft mit Sicherheit kein Vertrauen.
Daher bin ich mir nicht sicher welches Abstimmungsergebnis den
Mitgliedern am ehesten entgegen kommen würde.
Die Anlage/Vorsorge mit SL als Partner wird sich auf alle Fälle
grundlegend ändern.Ob sich das in einer veränderten Rendite/Risiko
auswirkt, kann ich als Nichtfachmann unmöglich prognostizieren.
Im besten Falle werden unsere Verträge nicht weniger Wert und die SL
Aktien steigen.
Im worst case geht die Rendite unserer Verträge in den Keller und die
Aktien sinken.
Was mit Rendite /Risiko passiert wenn SL nicht demutualisiert? Keine
Ahnung. Vielleicht bewahrheiten sich die dunklen Prognosen des
Vorstandes.Vielleicht ist alles nur opportunistisches Theater.
Hätte ich vor 5 Jahren in Gold investiert wäre mir jetzt wohler.
Gruß
lämpi
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lämpi
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| Re: Demutualisierung [message #380494 ] |
Mo, 01 Mai 2006 22:52 |
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da haben sich unsere Antworten irgendwie überschnitten.
Mir war die Anlagestrategie von SL sonnenklar. Das Risiko der
Demutualisierung (wenn es denn eines ist) konnte ich aber unmöglich in
meine Risikobetrachtung einbeziehen.
Meine Aktien sind übrigens nicht börsennotierte Aktien meines
Arbeitgebers der die nächsten Jahre keinen Börsengang plant weil er
kein externes Kapital benötigt um zu expandieren. Der Wert ändert sich
ziemlich vorrauschauend 1mal im Jahr zur Hauptversammlung.Das halt ich
für eine weniger riskante Anlage als die gesetzliche Rente :-).
Eine LV war schon immer konservativer als Aktien, Fonds&Co. Die UK LV
ist mit Sicherheit auch riskanter als eine deutsche LV die nur einen
kleinen Prozentsatz in riskante Anlagenformen investieren darf. War mir
alles bewusst.
Die Presse in UK ist nicht unbedingt ein unabhängiges Kontrollorgan und
die Finanzaufsicht in UK ist keine Verbraucherschutzorganisation.
Gruß
lämpi
--
lämpi
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| Re: Demutualisierung [message #385323 ] |
Mo, 15 Mai 2006 23:24 |
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Habe ein bischen auf Englischen Internetseiten geschaut und der Trend
dort ist eher fuer Umwandlung. Der Grund liegt darin dass die Kunden
denken dass Ihr Pension oder Lebensversicherung besser aufgehoben ist,
wenn die Standard Life sich umwandelt in eine AG und frisches Kapital
bekommt. Angeblich hat Standard Life viel Geld verloren (siehe Bericht
unten).
Standard Life Demutualisation proposals.
written by:
Tom McPhail, Head of Pensions Research
Thursday 27th April
Email this to a friend
If you are one of the 2.4 million or so qualifying members of Standard
Life who are in line for a share windfall, then like me you have
probably received a demutualisation pack in the post within the past
few days.
There are a variety of questions which can be asked about the
demutualisation, such as whether the shares represent a fair exchange
for giving up ownership; or why we should take the word of a management
team which managed to fritter away around £7 billion through poor
investment management. Ultimately though, there are only two questions
which matter: should I vote yes, and what happens after the deal goes
through?
The answer to the first question is straightforward; in my opinion you
should vote yes – I already have, on the basis that Standard Life’s
future as a Plc looks more secure than as a mutual. Sad but true.
The second question is harder to answer. I am assuming that the deal
will go through, if only because I haven’t yet heard anyone construct a
credible argument as to why it shouldn’t, and Standard will, I think,
persuade enough people to vote in favour.
Standard has promised a 5% bonus share distribution for shareholders
who don’t sell for the first year, and that may persuade some investors
to hang onto their shares. The really thorny problem is going to be what
to do with your With-Profits policy?
The investment mix of the With-Profits fund isn’t as clever as it used
to be; an equity backing ratio of only 45% now, compared to 70% or so a
few years ago. Some investors will decide that they can do better
elsewhere, others, particularly those close to maturity will stay put.
Everyone though, should revisit this issue after demutualisation and
consider then what to do with their policy. It is a subject we will be
returning to.
Tom McPhail
27th April 2006
--
Haberer
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Haberer's Profile: http://www.aktienboard.com/vb/member.php?userid=18917
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| Re: Demutualisierung [message #387032 ] |
Di, 16 Mai 2006 19:55 |
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Hallo Haberer,
dieses Eindruck habe ich die letzten Wochen auch bekommen. Ich gehe
davon aus dass sich SL durch, sagen wir es vorsichtig, unglückliches
Management an diesen Point of no Return manövriert hat. Andere VVaG
haben sich die letzten Jahre besser gehalten.
Ich habe nicht das Gefühl eine echte Wahl zu haben.
Man kann nur hoffen dass die shares den in Aussicht gestellten Wert
stabil halten, von einer Wertsteigerung wage ich mal nicht zu träumen.
Sollten die shares in den Keller fallen, muss ich erkennen vor Jahren
aufs falsche Pferd gesetzt zu haben.
Im übrigen bin ich der festen Überzeugung dass die Aktien ein
kümmerlicher Ausgleich für die verlorene Mitgliedschaft und den anderen
Status als plc sind.
Hätte ich damals eine Standardpolice mit Standardmagerrendite + Aktien
gewollt, hätte ich mir diese explizit auch geholt. Wollt ich aber
nicht. Jetzt hab ichs doch.
In der Hoffnung dass das Management die plc besser im Griff hat als die
VVaG werde ich wahrscheinlich mit JA stimmen. Es sei denn ich bekomme
noch einen Trotzanfall :-/
Schlussendlich hoffe ich auch dass die Police annähernd das hält was
mir vor Jahren versprochen wurde.
Letztendlich geht es ja um ein Stückchen meiner privaten Vorsorge.
Für meinen Geschmack irgendwie zuviel Hoffen bei der Geschichte.
Gruß
lämpi
--
lämpi
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lämpi's Profile: http://www.aktienboard.com/vb/member.php?userid=18580
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